08. September 2026 – dpa
Haben Mutter und Tochter die Ermordung des Schwiegersohns beziehungsweise Ehemanns auf Mallorca geplant? Die Kölner Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt und fordert jeweils viereinhalb Jahre Haft.
Eine 36-Jährige und ihre 62 Jahre alte Mutter sollen geplant haben, den Ehemann der Tochter ermorden zu lassen. Seit Mai läuft gegen die Frauen der Prozess vor dem Kölner Landgericht. Am Dienstag (14 Uhr) soll nun das Urteil gesprochen werden.
Laut Anklage sollen Mutter und Tochter im September 2025 den Entschluss gefasst haben, den Mann der 36-Jährigen vor «dem Hintergrund andauernder Trennungs- und Sorgerechtsstreitigkeiten» töten zu lassen. Das Ehepaar hat einen gemeinsamen fünfjährigen Sohn.
Während die 36-Jährige sich mit ihrem Sohn in ihrer Wohnung in Frechen bei Köln aufgehalten habe, habe die 62-jährige Berlinerin auf Mallorca - wo sich zu jener Zeit auch der Schwiegersohn aufhielt - Kontakt zu einem Gastronomen aufgenommen. Diesen habe sie gefragt, ob «er jemanden kenne, der für Geld den Geschädigten (...) töten werde».
Der Gastronom soll der Anklage zufolge zum Schein auf das Angebot eingegangen sein und auch Geld angenommen haben, obwohl er zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt habe, «eine Person mit der Tötung des Geschädigten zu beauftragen». Stattdessen habe er sich an den Ehemann der 36-Jährigen gewandt und diesen «über die Pläne seiner Frau und seiner Schwiegermutter» informiert. Daraufhin sei der Mann noch am selben Abend nach Köln zurückgeflogen, wo er tags drauf Anzeige bei der Polizei erstattet habe.
Die beiden Angeklagten hatten zunächst keine Angaben zu den Vorwürfen gemacht. Die Staatsanwaltschaft beantragte in dem Verfahren wegen versuchter Anstiftung zum Mord jeweils viereinhalb Jahre Haft für die beiden Frauen.