15. Oktober 2026 – Frederic Heimann
Das Bundeskabinett hat am 14.10.2026 die Einführung einer Steuer auf stark zuckerhaltige Getränke auf den Weg gebracht. Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi begrüßt den Schritt. Bei Niedersachsens Herstellern fällt die Reaktion unterschiedlich aus, wie Antenne Niedersachsen erfahren hat.
Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf für eine Zuckersteuer auf Getränke am 14.10.2026 beschlossen.Stimmen Bundestag und Bundesrat zu, soll die Abgabe ab dem 1. Juli 2027 gelten. Je nach Zuckergehalt sind Aufschläge von 26 oder 32 Cent vorgesehen. Treffen würde es vor allem große Hersteller von Limonaden, Cola oder Energydrinks. Ausgenommen bleiben unter anderem alkoholfreies Bier, Säfte ohne Zuckerzusatz und Getränke mit Süßungsmitteln.
Rückendeckung kommt aus Hannover: Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi begrüßt die Pläne ausdrücklich. Er nennt die Steuer ein „gezieltes Instrument für Gesundheit und Prävention“ und rechnet damit, dass Erkrankungen wie Übergewicht oder Diabetes seltener auftreten. Das Land hatte sich schon länger für eine solche Abgabe starkgemacht.
Kritik aus Haselünne und Zustimmung aus dem Wendland
Beim Getränkehersteller Berentzen in Haselünne sieht man die Pläne kritisch. Vorstand Oliver Schwegmann, zuständig unter anderem für Marketing, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung, sagte gegenüber Antenne Niedersachsen, dass Berentzen die Pläne kritisch sehe. Er befürchtet, dass das Unternehmen die zusätzliche Steuer an die Kundinnen und Kunden weitergeben müsste. Das hätte zur Folge, dass die Getränke teurer werden würden. Zwar prüfe Berentzen schon länger, wie sich der Zuckergehalt senken lässt. Eine Anpassung der Rezepte sei aber aufwendig und brauche Zeit, , zumal Geschmack und Qualität erhalten bleiben müssten.
Ganz anders bewertet Voelkel mit Sitz im Wendland die Pläne. Geschäftsführer Jurek Voelkel begrüßt im Antenne Niedersachsen-Interview die Zuckersteuer, obwohl er für sein Unternehmen eine zusätzliche Belastung im sechsstelligen Bereich erwartet. Das Unternehmen halte es für richtig, dass damit ein klares politisches Signal für weniger Zucker gesetzt werde. Aus Sicht von Voelkel ließe sich sogar darüber diskutieren, die Abgabe auf weitere Produktkategorien auszuweiten.