10. Juli 2026 – dpa
Bei Borussia Dortmund startet das Kapitel Alexandra Popp. Mit der erfahrenen Ex-Nationalspielerin soll der Aufstieg im zweiten Anlauf gelingen.
Mit Ex-Nationalspielerin Alexandra Popp haben die Frauen von Borussia Dortmund die Vorbereitung auf die neue Saison in der drittklassigen Regionalliga West aufgenommen. Die 35-Jährige absolvierte vor hunderten Fans die erste öffentlich Einheit mit ihrem neuen Team. Nach dem verpassten Aufstieg soll die 145-malige National- und 336-malige Bundesligaspielerin die BVB-Frauen in die 2. Fußball-Bundesliga führen.
«Es ist schon ein kleiner Traum, der wahr wurde. Dass ich jetzt dieses Trikot plötzlich anhabe, ist noch ein bisschen surreal», sagte Popp nach der Einheit bei sonnigen an die 30 Grad auf dem Trainingsgelände in Dortmund-Brackel. «Es ist nicht einfach irgendwas etwas Neues, sondern einfach Kindheitstraum neu. Ich glaube, es können nicht viele von sich behaupten ein Trikot tragen zu können, was man als Kleinkind schon getragen hat.»
Die Olympiasiegerin, zweimalige Champions-League-Gewinnerin und dreimalige Fußballerin des Jahres hatte sich nach 14 Jahren und zahlreichen Titeln zum Ende der vergangenen Saison vom Bundesligisten VfL Wolfsburg verabschiedet. Beim BVB, dessen Fan sie seit ihrer Kindheit ist, hat die in der Nähe von Dortmund aufgewachsene Popp einen Vertrag bis 2029 unterschrieben. Den Schritt begründete sie als «Herzensentscheidung».
Der Dortmunder Kader war zur Saison 2021/2022 aus über 50 Frauen gecastet worden. Von der Kreisliga aus gelang viermal nacheinander der Aufstieg. Vor der vergangenen Saison statte der Verein alle Spielerinnen mit Profiverträgen aus. Fußball ist damit ihr Hauptjob. Derzeit entsteht ein eigenes Trainingszentrum. Trotz der Unterstützung durch das schwarz-gelbe Netzwerk trägt sich die Frauen-Abteilung seit ihrer Gründung finanziell selbst.
Zu einem besonderen Wiedersehen im schwarz-gelben Trikot kommt es für Popp und dem Team von Trainer Markus Högner in der ersten Runde des Westfalenpokals. Mit dem Ligarivalen 1. FFC Recklinghausen gastiert ausgerechnet der Verein in Dortmund, für den die Stürmerin in ihrer Jugend auf dem Weg in den Profifußball spielte. In der Regionalliga West, die Ende August beginnt, wartet dann unter anderem ein Derby mit dem FC Schalke 04.
«Natürlich ist das mit Druck verbunden. Man hat eine gewisse Marschroute hier im Verein. Die Mädels selbst haben auch die Ambition, so schnell wie möglich ganz oben anzukommen. Und da möchte auch jeder natürlich seinen Teil dazu beitragen», sagte Popp über die Aufstiegsambition. Ihr Coach Högner ist sich sicher: «Alex passt sehr gut in unser Team und kann mit ihrer bodenständigen und offenen Art auch die anderen Spielerinnen einfach gut mitnehmen.»