29. September 2026 – dpa
31,9 Grad im September und 168 Sonnenstunden: Nordrhein-Westfalen erlebt einen Herbstmonat, der alles andere als gewöhnlich ist.
Der erste meteorologische Herbstmonat ist vorbei, und in Nordrhein-Westfalen war der September nach vorläufigen Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ungewöhnlich warm und trocken. Die mittlere Temperatur lag in NRW im September bei 16,5 Grad und damit 2,9 Grad über dem langjährigen Mittel.
Als langjähriges Mittel bezieht sich der Deutsche Wetterdienst auf die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode von 1961 bis 1990. «Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels», so der DWD.
Besonders hochsommerlich wurde es am 7. September: An der Wetterstation Weilerswist-Lommersum im Kreis Euskirchen wurden 31,9 Grad gemessen. Im letzten Drittel des Monats kühlte es dann ab. In Eslohe im Sauerland sank die Temperatur am 25. September auf 0,8 Grad. Auf die frischere Phase folgte daraufhin ein außergewöhnlich «sommerlicher Monatsausklang», heißt es in der DWD-Mitteilung.
Beim Niederschlag blieb NRW mit voraussichtlich rund 46 Litern pro Quadratmeter deutlich unter dem langjährigen Mittel von 67 Litern und war mit «einem Defizit von etwa 31 Prozent deutlich zu trocken», schreibt der DWD. Die Sonne schien 168 Stunden lang - 135 Stunden waren es im langjährigen Mittel.
Die Trockenheit in NRW lässt sich auch unter anderem am Pegelstand des Rheins bemerkbar machen. Ende September erreichte der Rheinpegel in Köln ein Rekordtief: «Mit 40 Zentimeter haben wir einen Niedrigwasser-Rekord», sagte der Kölner Außenbezirksleiter des Amtes, Markus Neumann.
Auch bundesweit wurde es im September 2026 noch einmal richtig warm. Deutschlandweit lag die Mitteltemperatur bei 15,9 Grad, rund 2,6 Grad über dem langjährigen Mittel. «Damit dürfte der September 2026 zu den fünf trockensten seit 1881 zählen», wie der DWD mitteilte. Der höchste Wert im Land wurde am 8. September mit 34,5 Grad an der Station Ohlsbach im Oberrheingraben gemessen.
Im Durchschnitt fielen bundesweit knapp 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Das sind etwa 34 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Mit rund 192 Sonnenstunden war es zugleich deutlich sonniger als üblich - 150 Stunden waren es im langjährigen Mittel. Während es im Norden mehr regnete, blieb es vor allem im Südwesten sehr trocken.