02. November 2026 – dpa
Tausende Jugendliche demonstrierten am Wochenende friedlich, doch in Köln flogen Flaschen und Böller. NRW-Innenminister Reul droht mit harten Maßnahmen für die nächsten Proteste.
Als Konsequenz aus den Ausschreitungen nach den Jugend-Demonstrationen in Köln hat NRW-Innenminister Herbert Reul für die nächsten angekündigten Proteste harte Maßnahmen bis zu einem Verbot angedroht. «Wenn konkrete Hinweise auf neue Gewalt vorliegen, müssen wir Beschränkungen bis hin zu einem Verbot prüfen», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Wir dürfen nicht erst reagieren, wenn der nächste Stein fliegt.»
Zugleich unterstrich Reul das Recht der jungen Menschen, friedlich für ihre Zukunft zu demonstrieren. «Wer diesen Protest für Randale missbraucht, schadet ihrem Anliegen. Steine und Böller sind keine Argumente. Wer damit auf Polizisten losgeht, gefährdet Menschen.»
Jetzt müssten die «Fakten auf den Tisch», wer die Gewalt angezettelt und organisiert habe. «Auch junge Männer aus migrantisch geprägten Milieus haben die Proteste gekapert und wollten in den Innenstädten wüten», sagte der CDU-Minister. «Auch das gehört zur Wahrheit.» Es würden jetzt weiter Namen und Beweise ermittelt.
Den bei den Krawallen verletzten Einsatzkräften wünschte Reul eine schnelle Genesung. «Sie haben ihre Gesundheit riskiert, um andere zu schützen. Dafür verdienen sie unseren Dank und unseren Rückhalt.»
Nach derzeitigem Erkenntnisstand hätten sich die Einsatzkonzepte am Wochenende bewährt, sagte ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage. «Die Polizei wird auch bei weiteren Versammlungen sehr präsent und insbesondere mit Kräften der Bereitschaftspolizei vor Ort sein.»
Ziel sei dabei immer, dass die Polizistinnen und Polizisten, die am Wochenende im Einsatz seien, die angesammelten Stunden an ruhigeren Tagen abbauen könnten. Zuvor hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP NRW) angesichts der hohen Belastungen gefordert, die geleistete Zeit vernünftig abzugelten.
Mehrere Tausend Menschen hatten am Samstag in NRW überwiegend friedlich für bessere Bildung, für Klimaschutz und gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht demonstriert. Überschattet wurden die Demos in insgesamt zehn NRW-Städten durch Ausschreitungen am Rande der Kundgebung in Köln, wo Polizisten angegriffen wurden. Dort kamen auch Wasserwerfer zum Einsatz.
Die Initiative «Gen Z regelt» hatte angekündigt, dass die Protestaktionen fortgesetzt werden sollen. Im Blick steht eine Beteiligung an europaweiten Protesten am 20. November.