07. Oktober 2026 – dpa
Deutz gilt als ältester Motorenbauer der Welt, die Antriebe sind in Baggern und Radladern verbaut. Nach einem Zukauf wird Deutz immer mehr zum Rüstungskonzern. Nun zückt das Management den Rotstift.
Der Motorenbauer Deutz möchte an seinem Kölner Stammwerk erneut Personal abbauen. Nachdem erst kürzlich rund 100 Stellen weggefallen sind, plant das Unternehmen nun ein erneutes Abbauprogramm, wie dpa aus informierten Kreisen erfuhr. Zuvor hatte das «Handelsblatt» berichtet. Ein Deutz-Sprecher wollte den Sachverhalt nicht kommentieren.
Geplant sei der Wegfall von 130 bis 200 Stellen bis Ende 2028, hieß es aus informierten Kreisen. Im Maximalfall könnten es 300 werden - dass es so viele werden, sei aber unwahrscheinlich. Bei den üblichen Nachfrage-Zyklen sei man derzeit ganz unten und in den kommenden Jahren werde es wohl wieder aufwärtsgehen. In Köln hat Deutz derzeit etwa 2.600 Stellen. Von dem Vorhaben betroffen ist das Geschäft mit kleinen Motoren, die etwa in Traktoren und Hubwagen verbaut sind.
Deutz hat unlängst den Flensburger Rüstungskonzern FFG übernommen und damit seine Defence-Sparte wesentlich gestärkt. Personal wegfallen soll nun bei seinem traditionsreichen Kölner Kerngeschäft.
Motorengeschäft schwächelt
Die Geschäfte von Deutz mit seinen weltweit rund 6.300 Mitarbeitern (30.6.) haben sich alles in allem eigentlich positiv entwickelt, der Motorenbauer konnte seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um ein Zehntel auf rund 1,1 Milliarden Euro steigern und den Gewinn auf rund 34 Millionen Euro vervierfachen. In der Motorensparte (Engines) lief es aber deutlich schlechter als im Konzernschnitt - in den Bereichen Energie, Defence und Service lag das Umsatzwachstum deutlich höher und die Geschäfte waren profitabler.
Besonders im Segment der kleinen Motoren drückt der Schuh und die Nachfrage ist niedrig - diesem Geschäftsbereich gilt das neue Kostensenkungsprogramm. Die schwachen Zahlen in dieser Sparte liegen auch daran, dass der Wettbewerb in diesem Segment stärker ist als bei größeren Motoren, die technisch anspruchsvoller sind und bei denen weniger Konkurrenten um die Kundengunst buhlen.