02. Oktober 2026 – dpa

Handelsketten

Metro gibt Kasachstan-Geschäft auf

Die globale Präsenz des Großhändlers Metro schrumpft weiter. Nachdem der Düsseldorfer Konzern aus Russland gewissermaßen ausgesperrt wurde, traf er zu Kasachstan nun eine freiwillige Entscheidung.

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Die Gastronomie und Einzelhändler kaufen gern ein bei der Metro. In Kasachstan ist das bald aber nicht mehr möglich.

Der Lebensmittel-Großhändler Metro zieht sich nach knapp zwei Jahrzehnten aus Kasachstan zurück. Wie das Unternehmen in Düsseldorf mitteilte, stellt man das Geschäft in dem zentralasiatischen Staat bis Ende März 2027 ein. Sechs Großmärkte und das Belieferungsgeschäft werden geschlossen, betroffen sind rund 650 Beschäftigte. Die Entscheidung sei nach einer Prüfung der langfristigen Perspektiven erfolgt, der Aufbau einer tragfähigen Grundlage für nachhaltiges Wachstum sei in Kasachstan «herausfordernd».

Metro war 2009 in den kasachischen Markt eingestiegen. Im Geschäftsjahr 2024/25 kam der Konzern dort auf einen Umsatz von 143 Millionen Euro - das waren 0,4 Prozent des Konzernumsatzes von 32,4 Milliarden Euro. Man bedauere die Entscheidung, sagte die Metro-Arbeitsdirektorin Christiane Giesen. «Diese Entscheidung ist das Ergebnis einer sorgfältigen Bewertung der langfristigen Perspektiven des Geschäfts und stellt in keiner Weise das Engagement und die Leistungen unseres Teams in Kasachstan infrage.»

Im Nachbarstaat Russland ist ebenfalls Schluss, Präsident Wladimir Putin ließ das Metro-Geschäft unlängst unter Zwangsverwaltung nehmen. In Russland war Metro seit 2001 aktiv, zuletzt kam der deutsche Konzern dort auf 91 Großhandelsgeschäfte und rund 9.000 Mitarbeiter. Konzernweit hatte Metro Ende September 2025 rund 84.000 Beschäftigte.

Der Düsseldorfer Konzern erklärte, dass man keine operative Kontrolle mehr über Metro Russland habe. Das Eigentum an Metro Russland bleibe aber formal bei der Metro AG. Das Unternehmen sprach ebenfalls von einer «vorübergehenden Zwangsverwaltung». Eine Konzernsprecherin sagte, dass es zwischen der Entwicklung in Russland und der Entscheidung zu Kasachstan keinen Zusammenhang gebe. Die zeitliche Nähe sei zufällig.

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