13. August 2026 – dpa
Blutdrucksenker im Fluss: In Mülheim/Ruhr wurde die Meldeschwelle deutlich überschritten. Was das für Trinkwasser und Fische bedeutet – und warum Kläranlagen eine große Rolle spielen.
Wegen des Niedrigwassers in Rhein und Ruhr hat sich die Konzentration eines Medikamenten-Rückstands dort deutlich erhöht. Für die Ruhr wurde vom Landesumweltamt eine Warnmeldung herausgegeben: Der Blutdrucksenker Candesartan überschritt in Mülheim an der Ruhr mit 0,67 Mikrogramm pro Liter die Meldeschwelle von 0,3 Mikrogramm um mehr als das Doppelte.
Die Warnung richtet sich vor allem an Trinkwasserversorger, die aus dem Uferfiltrat der Flüsse Trinkwasser gewinnen, damit diese Schutzmaßnahmen ergreifen können. Der Wirkstoff wird in Deutschland offiziell als stark wassergefährdend eingestuft.
Das Medikament, das über die Kläranlagen in die Flüsse gelangt, ist aber auch gefährlich für Wasser-Ökosysteme, wie aus dem Bericht des Landesumweltamts hervorgeht.
Von dem Stoff gehe eine chronische Giftigkeit für Wasserorganismen wie Fische aus. Er sei auch sehr schädlich für Wasserflöhe und andere wirbellose Organismen im Wasser und hemme das Algenwachstum.
Das weit verbreitete Medikament gelangt vor allem über Kläranlagen in die Flüsse, die über keine vierte Klärstufe verfügen. Bereits am Montag war für den gleichen Stoff auch ein Sofortbericht für den Rhein erschienen. Die im Rhein gemessenen Konzentrationen lagen aber unter denen der Ruhr.