14. Juli 2026 – dpa
NRW-Minister Liminski sieht am französischen Nationalfeiertag die politische Mitte in Frankreich unter massivem Druck. Er zieht Parallelen zur AfD - und mahnt zur Einigkeit gegen radikale Kräfte.
Nordrhein-Westfalens Europaminister Nathanael Liminski (CDU) hat sich am französischen Nationalfeiertag besorgt über die politische Lage in Frankreich und ein Erstarken der Ränder geäußert. Im WDR5-Morgenecho sagte Liminski: «Frankreich ist in Aufwallung. Die Mitte steht unter Druck, das steht fest.» Die «schrillen Töne von den Rändern» würden derweil immer lauter werden.
«Meine Sorge ist es, dass es nicht rechtzeitig zu einer Einigung auf einen gemeinsamen Kandidaten der politischen Mitte kommt. Denn wenn man sich hier nicht rechtzeitig einigt, dann überlässt man das Feld natürlich auch den Rändern», sagte Liminski, wohl auch mit Blick auf die populäre Rechtsnationale Marine Le Pen, die bei der Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr antreten will und der gute Chancen ausgerechnet werden.
Liminski zog deutliche Parallelen zwischen Le Pens Partei, dem Rassemblement National (RN), und der AfD in Deutschland. Beide Parteien würden Unterstützung aus sehr unterschiedlichen Milieus gewinnen - in bürgerlichen Lagern ebenso wie im Arbeitermilieu oder bei ehemaligen Linkswählern. Während der RN versuche, sich einen seriösen Anstrich zu geben, agiere die AfD laut Liminski «deutlich radikaler».
Als Ursachen für die Radikalisierung in Frankreich nannte der Minister unter anderem Versäumnisse bei der Integration und die Folgen islamistischer Terroranschläge. Während Deutschland früher mit der Integration von Einwanderern begonnen habe, sei das in Frankreich lange negiert worden, was zu isolierten Problemen in den Vorstädten geführt habe.