14. Oktober 2026 – dpa
NRW wächst wirtschaftlich langsamer als Deutschland und andere Bundesländer. Die FDP fordert Antworten der Landesregierung
Die wirtschaftliche Entwicklung Nordrhein-Westfalens ist am Donnerstag (10.00 Uhr) Thema im Landtag. Die FDP-Opposition kritisiert in einem Antrag für eine Aktuelle Stunde eine «deutlich unterdurchschnittliche» wirtschaftliche Entwicklung des einwohnerstärksten Bundesland im Vergleich zur gesamtwirtschaftlichen Prognose für Deutschland.
So habe die Bundesregierung ihre Prognose für das laufende Jahr deutlich angehoben und gehe nun von einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent aus. Die Entwicklung in NRW bleibe dagegen deutlich dahinter zurück, so die FDP.
Das RWI, das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen, hatte im Mai für NRW ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent im laufenden Jahr und 0,8 Prozent für 2027 prognostiziert.
Nach Angaben des Landesstatistikamts IT.NRW ist die Wirtschaftsleistung in NRW im ersten Halbjahr 2026 schwächer gewachsen als in vielen anderen Bundesländern. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum preisbereinigt um 0,3 Prozent. Deutschlandweit betrug das Wachstum im gleichen Zeitraum 0,9 Prozent.
In anderen Bundesländern war das Wachstum teilweise deutlich stärker als in NRW. In Hessen legte die Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent zu, in Schleswig-Holstein um 1,7 Prozent, in Hamburg um 1,5 Prozent.
Zwar habe sich die Stimmung unter den NRW-Unternehmen zuletzt aufgehellt, so die FDP. Dies dürfe allerdings nicht mit einer bereits vollzogenen wirtschaftlichen Trendwende verwechselt werden. Monatlich gingen rund 3.000 Industriearbeitsplätze in NRW verloren. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen habe im ersten Halbjahr 2026 mit 3.428 betroffenen Unternehmen ein Zehn-Jahres-Hoch erreicht.