26. August 2026 – dpa
Ein Kiosk in Remscheid stand am Anfang der Ermittlungen. Sie führten zu einem riesigen Waffenlager. Der Kioskbesitzer ist bereits verurteilt und tritt nun als Zeuge auf.
Im Prozess um das riesige illegale Waffenlager in Remscheid hat ein Kioskbesitzer Waffenverkäufe unter der Beteiligung von zwei Angeklagten eingeräumt. Mit Hilfe der 35 und 38 Jahre alten Männer habe er Waffen für einen Freund besorgt, sagte er als Zeuge in dem Verfahren am Landgericht Wuppertal aus. Dabei sei es im November 2024 um einen Revolver für etwa 2.000 bis 2.200 Euro und knapp drei Monate später um eine Maschinenpistole der Marke Skorpion für 3.000 bis 3.500 Euro gegangen.
Der Vorsitzende Richter hielt ihm vor, bei seinen Aussagen bei der Polizei noch einen Preis von bis zu 4.500 Euro genannt zu haben. Der 50-jährige Zeuge ist bereits im November 2025 wegen bewaffneten Drogenhandels zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Im Rahmen einer Verständigung in dem damaligen Verfahren hatte sich der Kioskbesitzer bereit erklärt, auch hinsichtlich der illegalen Waffengeschäfte auszusagen.
Nach eigener Aussage hat der Kioskbesitzer für die Vermittlung der beiden Waffengeschäfte je 200 bis 300 Euro von einem der beiden Angeklagten bekommen. Die Polizei hatte ursprünglich Hinweise, dass in dem Kiosk Drogen und Waffen verkauft werden. Die Ermittlungen führten dann zu dem riesigen Waffenlager. «Ich habe damals erst aus der Presse erfahren, dass mein Kiosk eine Rolle bei den Waffenfunden spielt», sagte der 50-jährige Zeuge.
In dem Prozess geht es um Waffenhandel und um einen der größten Kriegswaffenfunde seit 1945. Ein 60-jähriger Kfz-Meister soll in Remscheid ein Arsenal von Pistolen, Gewehren und Munition gehortet haben. Der Fund hatte im Oktober 2025 bundesweit für Furore gesorgt. Bei den Durchsuchungen in Remscheid stellten Polizisten rund 300 scharfe Schusswaffen sicher. Den als Haupttäter angeklagten 60-Jährigen kenne er nicht, betonte der Zeuge.
Die beiden Angeklagten im Alter von 35 und 38 Jahren haben bereits gestanden, bei dem Hauptangeklagten Maschinenpistolen für rund 2.000 Euro pro Stück sowie Munition gekauft zu haben. Im Gegenzug für geständige Einlassungen waren ihnen Haftstrafen zwischen zwei und vier Jahren, dem Automechaniker von höchstens acht Jahren zugesichert worden. In dem Prozess sind bis 23. September noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt.