30. Juli 2026 – dpa
Die Auswertung von vier Handys in der JVA Siegburg ergab keine Hinweise auf eine geplante Meuterei. Die internen Ermittlungen zu den Vorwürfen laufen dennoch weiter.
Die Polizei hat auf vier sichergestellten Handys aus der Justizvollzuganstalt (JVA) Siegburg keine Hinweise auf eine angeblich geplante Meuterei von Gefangenen gefunden. «Auch die in Rede stehende WhatsApp-Gruppe war auf keinem der sichergestellten Geräte zu finden», sagte ein Sprecher des Justizministeriums der dpa.
Vergangene Woche Dienstag hatte die Polizei mit einem Großaufgebot die JVA Siegburg durchsucht, nachdem es vorher von einem Gefangenen Hinweise auf den angeblich geplanten Aufstand gegeben hatte. Laut Schilderung des Informanten sollten unbeteiligte Gefangene die Meuterei mit Handys filmen und über einen bereits bestehenden TikTok-Kanal verbreiten.
Dabei bezog der Häftling sich nach Angaben des Justizministeriums auf Erkenntnisse aus einer WhatsApp-Gruppe mit etwa 270 aktuellen und ehemaligen Inhaftierten verschiedener Anstalten. Die Kommunikation sei demnach über ein eingeschmuggeltes Handy gelaufen.
Tatsächlich hatte man zwar vier verbotene Handys in den Zellen gefunden - allerdings, so das Justizministerium, «konnten keine Erkenntnisse gewonnen werden, die auf eine geplante Sicherheitsstörung hinweisen würden.»
Der Ministeriumssprecher betonte: «Die internen Ermittlungen der JVA Siegburg zu einem etwaigen geplanten Gefangenenaufstand dauern jedoch noch an. Die Prüfung der Strafanzeige durch die Staatsanwaltschaft Bonn dauert ebenfalls an.» Neben der angeblichen Meuterei hatte der Informant auch von zwei korrupten Vollzugsbediensteten gesprochen, allerdings ohne Namen zu nennen. Die Anstalt erstattete daher Anzeige gegen Unbekannt.