31. August 2026 – dpa

Preise in Bewegung

Kartoffeln werden teurer – Trockenheit trifft NRW-Landwirte

Während Kartoffeln teurer werden könnten, sind Äpfel derzeit günstiger als im Vorjahr. Was das für Landwirte und Kunden in NRW bedeutet.

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Verbraucherinnen und Verbraucher werden wohl mehr für Kartoffeln ausgeben müssen.

Kleinere Knollen, Kosten für künstlichen Regen, kleinere Anbaufläche: Die extreme Trockenheit in diesem Sommer und ein geringeres Angebot als im Vorjahr werden Kartoffeln verteuern. Davon gehen die Landwirtschaftskammer NRW und das NRW-Landwirtschaftsministerium in aus. Verbraucher müssten aktuell aber keine enormen Preissteigerungen infolge der Trockenheit bei Kartoffeln und anderen Agrarerzeugnissen befürchten.

«Wir rechnen nicht damit, dass der Verbraucher da besonders belastet werden wird», sagte Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) bei der Vorstellung der vorläufigen Erntebilanz. Die weitere Entwicklung auf den internationalen Märkten bleibe abzuwarten. Während die Getreideernte in NRW solide ausgefallen sei, seien bei den später zu erntenden Kulturen wie Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben größere Auswirkungen der Trockenheit zu erwarten.

Kammerpräsident Karl Werring wies ebenfalls darauf hin, dass der Weltmarkt bei vielen Agrarzeugnissen starken Einfluss habe und die weitere Preisentwicklung schwer vorauszusagen sei. Bei Getreide seien die Transportkosten zwar weltweit und auch hierzulande durch das Niedrigwasser des Rheins gestiegen. Bei verarbeiteten Lebensmitteln wie einem Brötchen mache aber Getreide nur einen sehr kleinen Teil des Verkaufspreises aus.

Äpfel, das beliebteste Obst in Deutschland, sind nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft aktuell deutlich günstiger als im Vorjahr. Die Verbraucher hätten in der dritten Augustwoche durchschnittlich 2,20 Euro je Kilogramm für Äpfel in den Supermärkten und Discountern ausgegeben, sagte Bereichsleiter Michael Koch. Damit habe der durchschnittliche Verbraucherpreis in Deutschland um 10 Prozent unter dem Vergleichswert 2025 gelegen.

Hintergrund sei, dass aktuell noch Äpfel aus der Ernte 2025 vermarktet würden und das Angebot vergleichsweise groß sei. Die Verbraucher profitierten von niedrigeren Preisen, für die Erzeuger sei die Situation dagegen eher schwierig, erklärte Koch. Auch bei Zwetschgen hätten die Verbraucher jüngst knapp 10 Prozent weniger ausgegeben als im Vorjahreszeitraum. Das habe auch mit der etwas stärkeren Konkurrenz durch Zwetschen aus Südosteuropa.

Nach Angaben des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer hatten die Äpfel aus der Region keinen Trockenstress. «Das wird eine schöne Ernte», sagte Präsident Georg Boekels. Er kritisierte den Handel, der lange an der Ernte 2025 festgehalten habe. Hohe Lagerkosten gingen zulasten der Landwirte. «Wir haben Ware genug und wir warten darauf, dass wir sie zu vernünftigen Preisen an den Mann bringen können», betonte Boekels.

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