06. Juli 2026 – dpa
Mit Apps und Sensoren gegen Unkraut und Trockenheit: Künstliche Intelligenz soll Bauern unterstützen, Ressourcen zu schonen und Ernten besser zu schützen. Was Experten dazu sagen.
Ob die gezielte Bewässerung von bedürftigen Pflanzen, die umweltschonende Unkrautbekämpfung durch Maschinen oder der Schutz von Ernten durch präzise Wetterprognosen: Forscher und Unternehmen treiben den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Landwirtschaft voran.
«Spätfröste, Trockenheit oder Starkregen - die Landwirtschaft muss sich immer häufiger auf extreme Wetterlagen einstellen», sagte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) bei einem Besuch auf dem Campus Klein-Altendorf, einem landwirtschaftlichen Außenlabor der Universität Bonn.
Nützlich ist etwa ein digitales Netzwerk, das Wetterdaten für einzelne Anbauflächen bereitstellt und vor Frost oder starker UV-Strahlung warnt. Davon könnten Landwirtschaftsbetriebe gleich in mehrfacher Hinsicht profitieren, denn es ließen sich Pflanzenschutzmittel und Wasser einsparen sowie Arbeitsabläufe effizienter planen, hieß es. Die Daten könnten von Landwirten einfach per App oder Browser abgerufen werden.
Der Einsatz von Pflanzenschutzmittel lasse sich durch verschiedene Anwendungen ohne die Gefährdung der Ernten senken, hieß es. Nützlich seien etwa automatische Hackroboter, sogenanntes Spot-Spraying oder auch Drohnen, hatte das Landwirtschaftsministerium bereits in Verbindung zu den Innovationen mitgeteilt.
«Auch bei mechanischen Verfahren müssen die Witterungsbedingungen passen: Bei warmem und trockenem Wetter sind höhere Wirkungsgrade erzielbar, anders als bei nassem oder kaltem Wetter», erklärte Jonas Hett, Leiter Ackerbau beim Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW. «Aber wir haben schon sehr viel erreicht, wenn wir durch den Einsatz intelligenter Hacktechnik zumindest einen Teil der Herbizidanwendungen ersetzen können», unterstrich er in einer früheren Mitteilung des Ministeriums.