08. November 2026 – dpa
Durch Schockanrufe und Enkeltrick werden ältere Menschen in Nordrhein-Westfalen um immer mehr Geld gebracht. Dagegen sinken die Fallzahlen.
Die Schäden aus Betrugsmaschen wie Enkeltrick und Schockanrufen bei alten Menschen sind in Nordrhein-Westfalen gestiegen. Die Schadenssumme bei Inlandstaten lag laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) 2025 bei 34,1 Millionen Euro. Im Jahr 2020 waren es noch 25,3 Millionen Euro, wie aus einer Stellungnahme des Instituts für Kriminalwissenschaften der Uni Münster für eine Anhörung im NRW-Landtag am kommenden Donnerstag (12. November) hervorgeht.
Hinzu kommen aus dem Ausland verübte Betrugstaten gegen ältere Menschen. Hier stieg die Schadenssumme 2025 auf 7,1 Millionen Euro (2024: 6,9 Millionen). Zusammen liegt die Summe der Schäden damit bei mehr als 41 Millionen Euro.
Auffällig ist: Die Zahl der erfassten Taten geht zurück. Im Jahr 2025 wurden in NRW laut Statistik gut 2.600 Straftaten zum Nachteil älterer Menschen mit überregional handelnden Tätern registriert - ein Rückgang um 345 Fälle (-11,7 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. 816 Fälle wurden aufgeklärt, was einer Aufklärungsquote von 31,3 Prozent entspricht.
Die Zahl der aus dem Ausland begangenen Taten sank seit 2020 von damals gut 35.000 sogar auf knapp 12.000 Taten im vergangenen Jahr. Im Vergleich zu 2024 nahm die Zahl um 11,2 Prozent (-1.511 Fälle) ab. Damit machen die Auslandszahlen trotz des starken Rückgangs immer noch den weitaus größten Anteil aus. Doch handelt es sich bei 95 Prozent der Fälle fast ausschließlich um Versuche.
Beim Enkeltrick rufen Betrüger bei meist älteren Personen an, geben sich als Verwandte oder Enkel aus und täuschen eine Notlage mit finanziellem Engpass vor. Als Grund wird häufig ein Unfall genannt. Sobald das Opfer zahlen will, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt.