22. Juli 2026 – dpa

Millionenschaden

Illegalen Zigarettenhändlern drohen mehrjährige Haftstrafen

Zollfahnder finden mehr als zehn Millionen unversteuerte Zigaretten – und 50.000 Euro fliegen aus dem Fenster. Was steckt hinter dem spektakulären Coup?

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Zollfahnder stellten bei einem gemeinsamen Schlag gegen Hehlerbanden mehrere Millionen unversteuerte Zigaretten sicher. (Archivbild), Foto: --/ZFA Essen/dpa

Drei mutmaßlichen Großhändlern von Millionen illegal hergestellter und unversteuerter Zigaretten drohen mehrjährige Haftstrafen. Das machte der Vorsitzende Richter zum Auftakt des Strafprozesses am Landgericht Düsseldorf in einem Rechtsgespräch deutlich.

Dem 53 Jahre alten Hauptangeklagten stellte er im Gegenzug für ein Geständnis eine Haftstrafe von höchstens fünfeinhalb Jahren und den Mitangeklagten von höchstens viereinhalb Jahren in Aussicht. «Bei ergänzenden Angaben über den eigenen Tatbeitrag hinaus» könnte die Strafe geringer ausfallen, erklärte er. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass das drei Leute allein gemacht haben.»

Ein anonymer Hinweis hatte die Ermittler auf die illegalen Zigarettenhändler gebracht, wie der Staatsanwalt bestätigte. In der Folge seien die drei Männer überwacht, ihre Telefone abgehört und die Standortdaten der Geräte ausgewertet worden. Am 9. Dezember 2025 schlugen die Zollfahnder zu und nahmen den 53 Jahre alten mutmaßlichen Organisator und einen mutmaßlichen Helfer fest. Der zweite mutmaßliche Helfer wurde am Folgetag gefasst.

Bei einer Razzia hatten Zollfahnder in Erkrath, Hilden, Langenfeld und weiteren Städten in Nordrhein-Westfalen mehr als zehn Millionen unversteuerte Zigaretten sichergestellt. Damals waren aus dem Fenster einer Wohnung 50.000 Euro geworfen worden, um sie vor der Entdeckung verschwinden zu lassen.

Laut Anklage soll das Trio bis zur Festnahme in nur zwei Monaten mehr als 150.000 Stangen illegal hergestellter, unversteuerter Zigaretten erworben haben. Aus Lagern in Hilden und Langenfeld bei Düsseldorf sei die heiße Ware an Abnehmer im Raum Köln weiterverkauft worden. Als Absatzgebiete wurden von der Anklage NRW, Hessen, Baden-Württemberg und Saarland genannt.

Das Trio soll im Tatzeitraum zwischen Oktober und Dezember 2025 für einen Steuerschaden von knapp acht Millionen Euro verantwortlich sein.

Zum Auftakt machten die drei Angeklagten keine Angaben zur Sache. Im Ermittlungsverfahren hatten sie laut Gericht die Transporte zwar eingeräumt, aber behauptet, nichts von den illegalen Zigaretten gewusst zu haben. Für den Prozess sind bis zum 28. August neun Verhandlungstage angesetzt.

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