20. Juli 2026 – dpa
Nach einer Messerattacke am Duisburger Problem-Hochhaus «Weißer Riese» ermittelt eine Mordkommission. Nun sitzt ein Mann in U-Haft - doch die Hintergründe der Tat bleiben unklar.
Nach einer blutigen Auseinandersetzung am Duisburger Brennpunkt-Hochhaus «Weißer Riese» sitzt ein 22-jähriger Mann in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, bei dem Streit am Wochenende mit einem Messer mehrere Kontrahenten verletzt zu haben. Ein 22-jähriges Opfer wurde dabei so schwer verletzt, dass Polizei und Staatsanwaltschaft von einem versuchten Tötungsdelikt ausgehen.
Der Streit in der Nacht zum Samstag wurde nach Angaben der Ermittler zunächst verbal geführt. Schließlich eskalierte die Situation mehr und mehr, bis der 22-jährige Algerier zu einem Messer gegriffen und drei andere Personen verletzt habe. Noch vor Eintreffen der Polizei sei er geflüchtet.
Doch schon einen Tag später habe die Polizei ihn in seiner Wohnung widerstandslos festnehmen können. Ein Richter habe am Montag Untersuchungshaft wegen versuchten Totschlags angeordnet.
«Die Ermittlungen zur Motivlage sowie zu den Hintergründen dauern derzeit an», teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Das schwer verletzte Opfer sei außer Lebensgefahr.
Die Hochhaus-Gegend mit den «Weißen Riesen» im Westen von Duisburg gerät immer wieder in die Schlagzeilen. Zuletzt gab es dort mehrere große Kontrollen gegen Sozialbetrug. Dabei wurden unter anderem Dutzende Fälle von mutmaßlichem Kindergeldbetrug festgestellt - weil Kinder in Duisburg gemeldet waren, die offensichtlich gar nicht in Deutschland lebten.
Auch Probleme mit Gewalt gibt es immer wieder. Zeitweise trauten sich Paketboten und andere Lieferanten nicht mehr in die Gebäude. Die Stadt Duisburg will das Problemviertel sanieren und die Lebensqualität erhöhen. Drei der einst sechs Riesen brachte die Kommune in den vergangenen Jahren in ihren Besitz und sprengte sie. An ihrer Stelle soll ein 6,5 Hektar großer Stadtpark entstehen. Die anderen drei Hochhäuser sind weiterhin bewohnt.