20. Juni 2026 – dpa
Nach dem Hass-Video eines CDU-Mitglieds sitzt der Schock tief: Auf dem Grünen-Landesparteitag spricht eine muslimische Mutter über alte Wunden und Chancengleichheit für alle Kinder.
Das Hass-Video eines Krefelder CDU-Mitglieds hat auch auf einem Landesparteitag der Grünen starke Betroffenheit und eine emotionale Reaktion ausgelöst. Der 23-jährige Mann, gegen den die Staatsanwaltschaft einen Anfangsverdacht der Volksverhetzung prüft, hatte in seinem über soziale Medien verbreiteten Video vorgeschlagen, Muslime zu vergasen.
«Als ich das hörte, war ich nicht nur schockiert», sagte Emine Gökçe vom Grünen-Kreisverband Krefeld mit stockender Stimme auf dem Troisdorfer Parteitag. «Ich war betroffen, weil solche Worte Angst machen.» Sie sei auch betroffen gewesen, weil das menschenverachtende Video alte Wunden geöffnet habe und weil es nicht repräsentieren sollte, wofür Deutschland stehe, betonte die junge Frau.
«Ich bin bekennende Muslima, ich trage ein Kopftuch, ich bin promovierte Chemikerin, ich bin Unternehmerin, ich bin Mutter» - und sie sei Nordrhein-Westfälin. «Ich möchte darüber sprechen, wie wir Kindern unabhängig von ihrem Namen, ihrer Herkunft, dem Einkommen ihrer Eltern Chancengerechtigkeit und Aufstieg ermöglichen können», sagte die Delegierte. «Das ist meine Antwort auf Hass. Wir brauchen eine Gesellschaft, die sagt: Du gehörst dazu.»