17. September 2026 – dpa

DEL-Saisonstart

Große Euphorie am Niederrhein: Krefeld ist zurück in der DEL

Die Krefeld Pinguine machten sich jahrelang zum Gespött im deutschen Eishockey. Alles Vergangenheit. Dank seriöser Arbeit gelang der Wiederaufstieg in die DEL. Dort könnte ein Punkt entscheidend sein.

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KEV-Trainer Popiesch fordert von seinem Team in der ersten Liga eine andere Herangehensweise (Archiv).

Beim einstigen Chaos-Club soll jetzt alles anders, vor allem besser und seriöser werden. Die Euphorie in der Stadt und im Umfeld der Krefeld Pinguine vor dem Saisonstart in der Deutschen Eishockey Liga am Freitag (19.30 Uhr/MagentaSport) gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven ist riesig. Der Meister von 2003 ist nach vier harten Jahren in der DEL2 zurück im Oberhaus und die Fans kommen in Scharen.

«Das ist jetzt meine 23. Profisaison, aber 6500 bei einem Vorbereitungsspiel hatte ich auch noch nie», sagte Krefelds Kapitän und Ex-Nationalstürmer Alexander Weiß. Gemeint war das zähe 3:2 nach Verlängerung gegen den ewigen rheinischen Rivalen und aktuellen Zweitligisten Düsseldorfer EG. Zum Vergleich: In der Abstiegssaison 2021/2022 hatten sich teilweise weniger als 2000 Fans zu den regulären Saisonspielen in die Yayla Arena verloren.

Die Menschen am Niederrhein hatten genug von ihrem KEV, insbesondere von den unseriösen Menschen, die den Verein teilweise führten und an den Rand des Ruins brachten. «Von außen war das nicht schön anzusehen», sagte Aufstiegstrainer Thomas Popiesch, für den es im ersten Saisonspiel gleich ein Wiedersehen mit seinem Ex-Club aus Bremerhaven gibt.

Auch von der Nordsee aus beobachtete er die Pinguine genau. Der 61 Jahre alte Berliner spielte Anfang der 1990er Jahre für den KEV in der damaligen Bundesliga und ist seitdem mit der Stadt und dem Verein verbunden. Erst als der Unternehmer Peer Schopp im Dezember 2022 die Hauptanteile am Club übernahm und diesen auf links drehte, änderten sich die Voraussetzungen auch für Popiesch. Unter der alten Führungsriege wäre er nach eigener Aussagen nicht zurückgekehrt.

Inzwischen ist der Club wirtschaftlich wieder solide. Schopp machte anders als seine Vorgänger keine leeren Versprechungen, er lieferte. Sein Ansatz war nicht der schnelle Wiederaufstieg, sondern die Konsolidierung. Als in der vergangenen Saison - da war Popiesch schon Trainer - wieder eine Mannschaft zusammen war, die die Liga dominierte und der Aufstieg realistisch wurde, gab es aber einen Schreckmoment, der von außen betrachtet Fragen aufwarf und wieder an den alten KEV erinnerte.

Vor dem Start der Playoffs und nach dem souveränen Gewinn der Hauptrunde erklärte Schopp öffentlich, dass gar nicht feststehe, ob die Pinguine dann auch in der ersten Liga antreten würde. Das irritierte nicht nur die DEL-Spitze. «Aber wir haben uns dann gesagt: Wir machen unseren Job, die Bosse müssen ihren machen», sagte Weiß. Die Mannschaft tat ihren Job und gewann trotz der Unsicherheit jedes Playoff-Spiel. Der Verein spannte Mannschaft und Fans trotzdem auf die Folter und meldete erst am letzten Tag der Frist tatsächlich für die DEL.

Taktik war das Gebaren angeblich nicht. «Die finanzielle Hürde DEL ist durch die Lizenzgebühr und die höheren Spielerkosten enorm hoch», sagte Schopp. 1,4 Millionen Euro kostet der Aufstieg, wie den Clubs indes bekannt ist. «14 Tage vor dem Abgabetermin für die DEL-Lizenzgebühr hatten wir das Geld nicht ansatzweise zusammen», sagte Schopp. «Die Zusagen der neuen und alten Gesellschafter wenige Tage vor Ablauf der Frist waren dann der Startschuss dafür, dass wir das schaffen konnten.»

Alles vergessen. Jetzt ist der zweimalige Meister zurück und die Strukturen sind andere. Für den KEV-Nachwuchs werden neue Rheinlandhallen mit zwei Eisflächen gebaut. Schopp hofft auf «viel Rückenwind und hoffentlich viele Talente für das Profiteam in der Zukunft». Zunächst muss aber der Klassenverbleib gelingen.

«Viele Aufsteiger haben lernen müssen, dass wenn sie zu euphorisch an die Spiele gehen, das eine Liga höher bestraft wird. Das ist eine Einstellungssache», sagte Trainer Popiesch. Hinzu kommt das höhere Tempo, das zu einem Thema werden kann. Zehn Spieler im Kader sind älter als 33. . «Das wird der entscheidende Punkt, ob es zum Klassenerhalt reicht» sagte Weiß - selbst schon 39.

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