20. August 2026 – dpa
Nach einer regenreichen Nacht entspannt sich die Situation im Hohen Venn. Die zuständige Provinzverwaltung ist optimistisch. Damit es so bleibt, gibt es aber eine Bedingung.
Der im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn wütende Brand ist nach offiziellen Angaben zunehmend unter Kontrolle - eine vollständige Entwarnung gibt es jedoch noch nicht. Einem Lagebericht des Gouverneurs der Provinz Lüttich zufolge dürfte sich das Feuer nicht weiter ausbreiten, sofern die Wetterbedingungen stabil bleiben und keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten.
Im westlichen Teil des Brandgebiets gelte das Feuer als vollständig gebändigt, hieß es. Im Osten dagegen sei die Situation bislang nicht komplett beherrscht, die Arbeiten gingen weiter. Man sei optimistisch, sagte der Beauftragte für Krisenkommunikation des Gouverneurs, Tony Hosmans, der Deutschen Presse-Agentur. Die Situation sei aber weniger stabil.
An der Bekämpfung des Brands sind laut Mitteilung rund 350 Menschen beteiligt. Auch deutsche Feuerwehrkräfte unterstützen die Löscharbeiten nahe der Grenze zu Deutschland. Sie fahren ihren Einsatz nun aber zurück, ihr Abschnitt wird den Angaben zufolge dann von belgischen Kräften übernommen.
Nach einer regenreichen Nacht hat sich die Lage laut dem Feuerwehr-Einsatzleiter Philipp Krüger der Stadt Monschau auf der deutschen Seite, wo tagelang ein Näherkommen des Waldbrands befürchtet wurde, weiter entspannt. Am Donnerstagvormittag waren Krüger zufolge noch 75 Einsatzkräfte unterwegs, tags zuvor waren es noch rund 170 gewesen.
Bereits am Mittwochnachmittag war die vorsorgliche Evakuierung eines Ortsteils von Monschau aufgehoben worden. 30 Menschen aus Kalterherberg durften in ihre Häuser zurück. Zwar werde die Warnung vor möglicher Geruchsbelästigung weiter aufrechterhalten, wahrnehmbarer Rauch habe aber deutlich abgenommen. «Zwischendurch kommt mal ein Windchen rüber. Das war es aber auch», sagte Krüger der Deutschen Presse-Agentur. Man werde aber weiter mit Messfahrzeugen unterwegs sein.
Im Brandgebiet wird auch aus der Luft gegen die Flammen vorgegangen: Sieben Löschflugzeuge und -hubschrauber sind den Angaben des zuständigen Gouverneurs nach im Einsatz: zwei deutsche und zwei norwegische Hubschrauber, ein Hubschrauber der belgischen Bundespolizei zur Koordination des Flugbetriebs sowie zwei schwedische Löschflugzeuge. Die Wetterbedingungen sollten bis zum Abend günstig bleiben.
Laut dem Kommunikationsbeauftragten Hosmans gibt es fünf verletzte Feuerwehrleute: eine Einsatzkraft mit Rückenproblemen, zwei mit Knöchelverletzungen und zwei Personen mit Beschwerden wegen des Rauchs. Eine Messung habe letztendlich aber keine bedenklich hohe Kohlenmonoxidbelastung gezeigt.
Das Feuer in dem belgischen Hochmoor zerstörte seit Freitag rund 3.000 Hektar und gilt als eines der größten in der Geschichte Belgiens.
Im Hürtgenwald in der Eifel ist der Waldbrand unter Kontrolle. Mittlerweile seien auch fast alle Glutnester gelöscht, teilte die Gemeinde am Vormittag mit. Das Waldgebiet ist gesperrt. Dies diene einerseits dazu, neue Brände zu verhindern, und andererseits dem Schutz der Menschen, sagte eine Sprecherin des Kreises Düren. Viele Bäume seien durch das Feuer geschwächt und instabil. Der Hürtgenwald im Kreis Düren liegt nur rund 20 Kilometer von Monschau entfernt.