30. Oktober 2026 – dpa
Ein Nikolaus per Hubschrauber und ein fünfstöckiger «Singender Weihnachtsbaum»: In Essen-Steele startet die Weihnachtsmarktsaison schon im Oktober. Welche Attraktionen noch geplant sind.
Glühwein schon Ende Oktober, ein «Singender Weihnachtsbaum» und Schlagersänger Stefan Mross als Moderator auf der Bühne: In Essen-Steele beginnt heute mit rund 100 Ständen und einem großen Musikprogramm der traditionelle Weihnachtsmarkt in dem Essener Stadtteil - als einer der bundesweit ersten.
Glühwein und Bratwurst, Lebkuchen und rund 100 Künstlerauftritte sind dabei während der gesamten Vorweihnachtszeit, über die Festtage und bis zum 3. Januar geplant, wie die Initiatoren ankündigten.
Wegen der langen Laufzeit und der vielen Künstler mit Schwerpunkt deutscher Schlager und Volksmusik gilt der Weihnachtsmarkt im Ruhrgebiet als Publikumsmagnet: Ziel seien erneut rund eine Million Besucher, sagte der Steeler Geschäftsinhaber und Hauptorganisator Leon Finger. Im Vorjahr waren rund 900.000 Menschen gekommen.
Die Besucher zahlen dabei moderate Preise: Ein Glühwein kostet unverändert vier Euro, wie Finger sagte. Die Bratwurst als beliebtes Weihnachtsmarktessen werde für 4,50 Euro angeboten.
Neu in diesem Jahr ist der sogenannte Singende Weihnachtsbaum - eine fünfstöckige Gerüstkonstruktion in Tannenbaumform, die als Hauptbühne für Musiker auf dem Festplatz stimmungsvoll geschmückt wird.
Am 6. Dezember soll nach den Planungen wieder ein Nikolaus-Darsteller per Hubschrauber in den nahe gelegenen Ruhrwiesen landen und mit einer Kutsche - gefolgt von vielen Kindern - zur «Nikolausbescherung» zum Weihnachtsmarkt gebracht werden.
Eine 15 Meter hohe Nordmanntanne ist auf dem Markt drehbar aufgebaut worden. Besucher können für zwei Euro den Weihnachtsbaum in Bewegung setzen. Der Erlös wird am Ende des Weihnachtsmarktes für einen guten Zweck gespendet.
Deutschlandweit starten Weihnachtsmärkte meist erst nach dem Totensonntag (22.11.), der Steeler Weihnachtsmarkt als traditioneller Frühstart-Markt hatte in der Vergangenheit immerhin Allerheiligen (1.11.) abgewartet. In diesem Jahr sei dies aber anders, weil der Steeler Weihnachtsmarkt sein 50-jähriges Jubiläum feiere, sagte Finger.
Der 79-jährige Finger, der in der Steeler Innenstadt ein Modegeschäft betreibt, scheidet mit diesem Weihnachtsmarkt nach vielen Jahren als Organisator aus. In den Jahren seien die bürokratischen und die Sicherheitsauflagen für ein solches Volksfest immer anspruchsvoller geworden. Er sei froh, dass er Nachfolger für den Weihnachtsmarkt gefunden habe, sagte Finger.
Verändert hat sich nach den Worten des Esseners in den vielen Jahren auch der religiöse Bezug des Weihnachtsmarktes. Als Veranstaltung zum Fest der Geburt Christi nehme den Markt heute fast niemand mehr wahr. «Wir hatten jahrelang eine große Krippe, da sind die Leute extra für gekommen, jetzt ist die längst eingelagert.»