02. November 2026 – dpa
Jugendproteste, Ausschreitungen und Fußball-Einsätze: Die Polizei in NRW hatte am Wochenende viel zu schultern. Die Gewerkschaft pocht auf eine Änderung bei der Bezahlung von Mehrarbeit.
Die massiven Einsätze bei den Jugend-Demonstrationen in mehreren Städten Nordrhein-Westfalens und bei Ausschreitungen am Halloween-Abend haben die Polizei aus Gewerkschaftssicht erneut an die Belastungsgrenze gebracht. «Einsätze wie am Wochenende sind ein schweres Pfund, das von jetzt auf gleich auch noch geschultert muss, übrigens neben dem üblichen Fußballgeschehen», sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP NRW), Patrick Schlüter, der dpa.
Die Polizei werde auch bei den nächsten angekündigten Protesten am 20. November ihre Aufgaben erfüllen, betonte Schlüter. «Das darf aber jetzt bitte schön nicht im Drei-Wochen-Takt so weitergehen.» Die geleistete Zeit müsse vernünftig abgegolten werden. Erneut forderte die GdP, dass die sogenannte Bagatellgrenze, die von jedem Beamten und jeder Beamtin bis zu fünf Stunden monatlich unentgeltliche Mehrarbeit fordere, gestrichen werden müsse.
Schlüter unterstrich, dass man die legitimen «Gen-Z»-Jugendproteste von den Krawallen wie in Köln trennen müsse. «Absolut nicht okay ist, dass radikale Gruppen versuchen, diesen Protest zu kapern.» Die Polizei habe sich solchen Gruppen konsequent entgegengestellt, die Einsatzkonzepte seien aufgegangen. In Köln seien Waffen, Pyrotechnik, Vermummungsmaterial und ein Molotowcocktail sichergestellt worden. «Alles das lässt keinen Zweifel an der Absicht der Krawallmacher.»
Mehrere Tausend Menschen hatten am Samstag in NRW überwiegend friedlich für eine bessere Bildung, Klimaschutz und gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht demonstriert. Überschattet wurden die Demos in insgesamt zehn NRW-Städten durch Ausschreitungen am Rande der Kundgebung in Köln, wo Polizisten angegriffen wurden. Dort kamen auch Wasserwerfer zum Einsatz.
Die Initiative «Gen Z regelt» hatte angekündigt, dass die Protestaktionen fortgesetzt werden sollen. Im Blick steht eine Beteiligung an europaweiten Protesten am 20. November.