10. September 2026 – dpa
Mit einer täuschend echt aussehenden Bankseite und Anrufen als angebliche Berater erbeuteten mehrere Männer mehr als 180.000 Euro. Jetzt hat das Landgericht Münster die letzten Urteile verkündet.
In einem Prozess um erschlichene Kontodaten gegen eine mutmaßliche Betrügerbande aus dem Ruhrgebiet hat das Landgericht Münster jetzt die abschließenden Urteile verkündet. Ein 25 Jahre alter Mann aus Gelsenkirchen muss wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in acht Fällen voraussichtlich für vier Jahre und sechs Monate ins Gefängnis, ein 32-Jähriger aus Essen wegen desselben Vorwurfs in fünf Fällen für vier Jahre. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Die Anwälte können noch den Bundesgerichtshof in Karlsruhe für eine Überprüfung einschalten.
Das Landgericht verurteilte zwei weitere Angeklagte zu Bewährungsstrafen von neun Monaten. Bereits Ende August gab es in der Sache erste Urteile. Das Gericht hatte das Verfahren gegen zwei junge Männer aus Recklinghausen wegen ihres Alters abgetrennt: Zwei Jahre und sechs Monate gab es für einen 21-Jährigen und eine Bewährungsjugendstrafe von einem Jahr und sechs Monaten und Freizeitarrest für einen 19-Jährigen.
Die Bande der Männer aus dem Ruhrgebiet war durch das sogenannte Phishing an Kontodaten ihrer späteren Opfer gelangt und hatte dann mehr als 180.000 Euro erbeutet. Dazu hatten sie ihre Opfer auf eine täuschend echt aussehende, aber gefälschte Internetseite der Volksbank gelockt. Später meldete sich einer der Männer als angeblicher Bankberater telefonisch bei den Betroffenen und forderte sie auf, ein paralleles Online-Konto anzulegen. Über diese Konten kauften die Verurteilten dann unter anderem Rolex-Uhren und andere Luxusartikel.