08. Oktober 2026 – dpa

Terrorverdacht?

Gefährdertrio soll Anschlag geplant haben - GBA prüft Fall

Laut Staatsschutz waren die Anschlagspläne durchaus ernstzunehmen. Spezialkräfte nahmen daher in Unna und Hagen drei Männer in Gewahrsam, mussten aber zwei laufen lassen. So ist der Stand der Dinge.

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SEK-Beamte waren am Donnerstagabend in Hagen im Einsatz. (Archivbild), Foto: Alex Talash/dpa

Eine Woche nach der Festnahme von drei Männern in Unna und Hagen wegen mutmaßlicher islamistischer Anschlagspläne prüft die Bundesanwaltschaft die Übernahme der Ermittlungen.

Die zuständigen Stellen untersuchten derzeit, ob ein Strafverfahren wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung eröffnet werden könne, berichtete der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) im Innenausschuss. Im Raum stehe auch ein mögliches Verfahren wegen Anstiftung zu einem Verbrechen. «Der Ball liegt aktuell beim Generalbundesanwalt», sagte Reul.

Am 1. Oktober hatten Spezialkräfte drei Männer in Hagen und Unna festgenommen. Anlass sei der Verdacht gewesen, die drei planten einen Terroranschlag, sagte Reul weiter. Durch die Arbeit der Sicherheitsbehörden und den Zugriff sei «mutmaßlich Schlimmeres verhütet worden», erklärte Reul, ohne konkret auf die Pläne einzugehen.

Man habe davon ausgehen müssen, dass ein Anschlag zwar nicht unmittelbar bevorstand, aber doch «in zeitlicher und örtlicher Nähe konkretisiert werden konnte», ergänzte Markus Gemünd, Leiter der Staatsschutzabteilung im Innenministerium.

Zur Gefahrenabwehr hatte die Polizei schließlich für alle drei eine längerfristige Unterbringung im Polizeigewahrsam beantragt. Auf Geheiß des zuständigen Amtsgerichts seien die beiden Syrer aus Hagen (20 und 24 Jahre alt) aber auf freien Fuß gesetzt worden, während sich der 23-jährige Deutsche aus Unna weiter in Gewahrsam befinde. Der Staatsschutz habe aber weiter ein «Auge auf die Beteiligten», so Reul.

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen darf in einem Terror-Verdachtsfall Personen präventiv bis zu 14 Tage in Gewahrsam nehmen, wenn ein Richter das entscheidet. Erhärtet sich der Verdacht nicht, muss der Gewahrsam aufgehoben werden.

Reuls Bericht zufolge galten die drei Männer schon vor dem Zugriff als Gefährder. Durch nachrichtendienstliche Arbeit hätten sich immer mehr Hinweise auf dschihadistisches Gedankengut herauskristallisiert, so Reul.

Der Leiter der Staatsschutzabteilung, Gemünd, bejahte zudem auf Nachfrage Anhaltspunkte für eine Nähe zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Es gelte jedoch, die Auswertung der bei den Festnahmen sichergestellten Datenträger abzuwarten.

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz hatte die drei Männer seit Anfang des Jahres im Visier und laut Reul im Austausch mit Landes- und Bundesbehörden intensiv und auch verdeckt ermittelt.

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