05. Juli 2026 – dpa
Stau, Hitze, hungrige Kinder: Wie du mit kleinen Tricks und cleverer Planung entspannt in den Sommerurlaub startest – und wo du beim Tanken richtig Geld sparen kannst.
Für 2,5 Millionen Schüler sind die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen in Sicht. Viele Familien wollen erfahrungsgemäß direkt am letzten Tag (17. Juli) des alten Schuljahres in die Ferien durchstarten. Wer mit dem Auto in den lang ersehnten Urlaub fährt, sollte einiges beachten, wie der ADAC rät.
Im Großraum Köln/Bonn und im Ruhrgebiet ist die Staugefahr auf den Autobahnen besonders hoch: Gerade auf dem Kölner Autobahnring, im Bereich der voll gesperrten Bonner Nordbrücke sowie im Bereich Oberhausen/Duisburg (Kreuz Kaiserberg) müssen Reisende mit Staus und Zeitverlust rechnen.
Freitags von 14 bis 18 Uhr ist die Staugefahr in NRW am höchsten, wenn Reisende auf Pendler treffen. Aber auch am Mittwoch und Donnerstag ist es von 7 bis 9 Uhr und 15 bis 18 Uhr voll. Der ADAC rät, besser etwa am Montag oder Dienstag loszufahren. Wer in Randzeiten fährt, umgeht auch Mittagshitze.
Bei Stau die Autobahn zu verlassen, bringt laut ADAC nur selten einen Vorteil: Ausweichstrecken sind schnell verstopft. In der Regel mache es ab mehr als zehn Kilometern Stau oder Vollsperrung Sinn, von der Autobahn abzufahren.
«Tanken ist in Nordrhein-Westfalen oft etwas günstiger als in vielen anderen Bundesländern. Das liegt an der hohen Tankstellendichte und dem lokalen Wettbewerb», sagt ein Sprecher des ADAC Nordrhein. Wer ins Ausland mit dem Auto fährt, sollte vorher prüfen, ob es hier oder dort günstiger ist, zu tanken.
Der ADAC-Sprecher rät, mittags kurz vor 12 Uhr zu tanken. Dann seien die Kraftstoffpreise im Tagesverlauf am niedrigsten. Um 12 Uhr stiegen sie stark an und fielen dann ab. Wer am Morgen tankt, könne somit ebenfalls schon sparen.
«Wer unterwegs nachtanken muss, sollte die Autobahn verlassen», erklärt der ADAC-Sprecher. Im Schnitt seien Super E10 und Diesel je nach Bundesland an Tankstellen auf der Autobahn zwischen 16 und 43 Cent pro Liter teurer als an Straßentankstellen abseits der Fernstraßen. Das zeige ein aktueller Vergleich.
In NRW seien es bei beiden Kraftstoffsorten im Schnitt 33 Cent pro Liter, teilweise sogar noch deutlich mehr. «Schon ein kurzer Umweg zur ersten Tankstelle nach der Ausfahrt reicht, um bei einer Tankfüllung 10 bis 25 Euro zu sparen», macht der ADAC-Sprecher den großen Preisunterschied deutlich.
Ausreichend Getränke, leichte Snacks und regelmäßige Pausen (alle 1,5 bis 2 Stunden) sind wichtig. Familien sollten nach Möglichkeit Raststätten mit Spielplätzen oder Spielecken ansteuern, damit sich Kinder austoben können.
Für Abwechslung während der Fahrt könnten Bücher, kleine Spiele, Hörbücher oder Tablets sorgen. Kinder sollten jedoch nicht über einen längeren Zeitraum nach unten schauen, denn so steige das Risiko für eine Reiseübelkeit.
Der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur sollte nicht zu extrem sein: Als optimal hält der ADAC innen 22 bis 25 Grad. Kurz vor dem Fahrtziel die Klimaanlage ausschalten und nur die Lüftung anlassen, damit Kondenswasser verdunste und sich keine übelriechenden Bakterien und Pilze bilden könnten.
Auch im Sommer ist die Batterie mit einem Anteil von über 40 Prozent laut ADAC die Pannenursache Nummer eins. Während der Hitzewelle im Juni hätten Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke in Nordrhein-Westfalen für einen Anstieg der Autopannen um 20 Prozent gesorgt. Sowohl bei Verbrennern als auch E-Autos mache in vielen Fällen die 12V-Starterbatterie schlapp, heißt es.
Vor der Urlaubsfahrt sollten Motoröl, Kühlmittel sowie Scheibenwaschwasser kontrolliert werden. Bei zu niedrigem Öl-Stand drohe ein Motorschaden. Wer viel Gepäck hat und/oder mit mehreren Personen im Auto fährt, der sollte den Reifendruck erhöhen. Der ADAC Nordrhein empfiehlt, auf den Herstellerwert nochmal 0,1 bis 0,2 bar draufzupacken, um auf der sicheren Seite zu sein.
«Kinder und Haustiere dürfen niemals im geparkten Fahrzeug zurückgelassen werden - auch nicht für wenige Minuten oder mit geöffnetem Fenster», betont der Sprecher. Je nach Sonneneinstrahlung könne sich der Fahrzeuginnenraum innerhalb kürzester Zeit auf 45 bis 60 Grad Celsius aufheizen. Und das auch dann, wenn es draußen nur 28 bis 29 Grad warm ist. «Es droht Lebensgefahr.»