12. August 2026 – dpa

Organisationstalente gesucht

Fast jede dritte Assistenz-Stelle an NRW-Schulen unbesetzt

Assistenten unterstützen Schulleitungen bei Organisation und Verwaltung und sollen zugleich Lehrkräfte entlasten. Doch das Potenzial wird nicht voll ausgeschöpft.

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Mehr als 300 Schulverwaltungsassistenten fehlen in Nordrhein-Westfalen (Symbolbild).

In Nordrhein-Westfalen werden Hunderte Schulverwaltungsassistenten gesucht. Im abgelaufenen Schuljahr waren noch 322 von landesweit 1.053 Planstellen unbesetzt.

Wie Schulministerin Dorothee Feller (CDU) auf eine Anfrage der SPD-Opposition berichtete, stieg die Stellenbesetzungsquote seit dem Schuljahr 2023/24 aber von damals rund 56 auf zuletzt mehr als 69 Prozent. Die Zahl der an öffentlichen Schulen beschäftigten Assistenten sei von 2024 bis 2026 um rund 35 Prozent auf 839 Personen gestiegen.

Assistenten unterstützen Schulleitungen bei organisatorischen und verwaltungstechnischen Aufgaben. Gleichzeitig entlasten sie Lehrkräfte, die sich durch deren Arbeit stärker auf ihre pädagogischen Kernkompetenzen und den Unterricht fokussieren können.

Dies führe zu einer maßgeblichen Verbesserung der schulischen Abläufe und der Effizienz, lobte die SPD-Landtagsabgeordnete Dilek Engin. Allerdings blieben viele Entlastungspotenziale durch offene Stellen ungenutzt und die vorhandenen finanziellen Mittel könnten nicht vollständig abfließen.

Nach Angaben des Schulministeriums sind in den ersten sieben Monaten fast 20 Millionen des insgesamt rund 61 Millionen Euro umfassenden Budgets für das laufende Jahr ausgegeben worden. Schulverwaltungsassistenten waren in NRW ab 2007 zunächst erprobt und ab 2013 per Erlass als reguläre Unterstützung im Schuldienst etabliert worden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte die Landesregierung auf, die vorhandenen Stellen attraktiv zu gestalten und zu hinterfragen, warum so viele unbesetzt seien. «Fehlen die Schulverwaltungsassistenzen, landet alles, was nicht von eigenem Verwaltungspersonal erledigt werden kann, auf den Schreibtischen von Schulleitungen und Lehrkräften», sagte die GEW-Landesvorsitzende Ayla Çelik.

Am Ende des Tages fehle Arbeitszeit für Unterricht, Förderung, Beratung, Führung und Schulentwicklung. «Trotzdem alles "unter einen Hut" bringen zu wollen, führt zur Überlastung oder demotiviert, so dass Lehrkräfte im schlimmsten Falle der Schule den Rücken kehren», warnte die Gewerkschafterin. Angesichts wachsender Verwaltungsanforderungen sei zudem zu prüfen, ob das derzeitige Stellenvolumen für Assistenten überhaupt ausreiche.

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