09. Juli 2026 – dpa
Räumung, Durchsuchung, Unterrichtsausfall: Ein anonymer Anruf und ein angebliches Foto von Bewaffneten bringt eine Schule in Aufruhr. Die Polizei glaubt, dass dahinter ein Fall von «Swatting» steckt.
Nach einem Großeinsatz der Polizei an einer Schule in Solingen wegen eines anonymen Anrufs vermuten die Ermittler eine gezielte Falschmeldung. Eine bislang unbekannte Person hatte sich gegen 9.40 Uhr bei der Polizei gemeldet und angegeben, auf einem Foto in Social-Media-Kanälen gesehen zu haben, wie vermeintlich Bewaffnete die Schule betreten, teilte die Polizei nach Abschluss des Einsatzes mit.
Nach den bisherigen Erkenntnissen könne es sich um einen Fall von «Swatting» handeln, hieß es in der Mitteilung. Dabei melden Täter angebliche Bedrohungslagen, um gezielt einen Großeinsatz bei Unbeteiligten auszulösen. Das Phänomen stammt ursprünglich aus den USA und tritt zunehmend auch in Deutschland auf. Der Begriff leitet sich von der US-amerikanischen Spezialeinheit SWAT ab. Die Ermittlungen zu dem Vorfall in Solingen dauern an, so die Polizei.
Um auszuschließen, dass eine Gefahr für Schülerinnen und Schüler sowie Schulpersonal bestand, war die Polizei nach dem Anruf mit starken Kräften zu dem Schulgebäude ausgerückt. Schon früh nach dem Alarm hatten sich die Hinweise verdichtet, dass es sich um eine Falschmeldung handeln könnte.
Auch nach Räumung und Durchsuchung des Gebäudes stellten die Beamten nichts Verdächtiges fest. Die Kinder und Jugendlichen seien betreut worden. Auch der schulpsychologische Dienst war vor Ort, wie die Stadt mitteilte. Der Unterricht fiel nach dem Vorfall aus.