09. Oktober 2026 – dpa
Kasernen und Technik für Radar- und Lagezentren – in NRW fließt deutlich mehr Geld in moderne Militäreinrichtungen. Das Land hilft mit schnelleren Genehmigungen und viel Personal bei der Umsetzung.
In Nordrhein-Westfalen fließt in den nächsten Jahren deutlich mehr Geld in den Neubau und die Modernisierung von Militäranlagen. Die Bauverwaltung des Landes plane von 2026 bis 2029 im Auftrag des Bundes Projekte für rund 1,6 Milliarden Euro – mehr als doppelt so viel wie in den vier Jahren zuvor, sagte NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk bei einem Besuch des Nato-Führungszentrums für die Sicherheit im Luftraum in Uedem am Niederrhein.
«Von hier aus wird der Luftraum über Europa überwacht – und sogar der Weltraum. Nordrhein-Westfalen trägt dazu bei, dass die notwendige Infrastruktur dafür bereitsteht», sagte der CDU-Minister. Zu den größten Vorhaben in Uedem gehört laut Ministerium der Neubau eines Gefechtsstands für Nato-Luftoperationen mit einem Gesamtbauvolumen von rund 92 Millionen Euro. An der nahe gelegenen Radarstation Marienbaum sind demnach ein Umbau und eine technische Ertüchtigung für rund 21 Millionen Euro geplant.
Im Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW arbeiteten inzwischen 450 Menschen mit gebündelten Zuständigkeiten daran, die Projekte des Bundes voranzubringen, sagte der Minister. Ein nicht unerheblicher Anteil betreffe dabei auch Projekte der Nato. Nordrhein-Westfalen sei für die Nato von besonderer Bedeutung. «Das Bündnis braucht hier leistungsfähige Standorte und eine moderne Infrastruktur.»
Zu Jahresbeginn hatte das Land bereits angekündigt, Genehmigungshürden für militärische Anlagen wie etwa Kasernen in Nordrhein-Westfalen zu senken. Für Neubauten, Sanierungen und Erweiterungen militärischer Anlagen entfalle künftig das Baugenehmigungsverfahren. Zugleich werde der Denkmalschutz gelockert.