18. Juli 2026 – dpa

Jens Spahn zieht Reißleine

Debatte um Leihmutterschaft: Wüst bedauert Spahn-Rücktritt

Jens Spahn und sein Mann sind Väter geworden, eine Leihmutter in den USA hat das möglich gemacht. In Deutschland sind Leihmutterschaften verboten. Nun tritt Spahn zurück, was Hendrik Wüst bedauert.

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Kennen sich schon lange: Hendrik Wüst (links) und Jens Spahn.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat den Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (beide CDU) bedauert. «In der Entscheidung von Jens Spahn zum Rückzug liegt eine große Tragik», erklärte Wüst. «Ich bedaure diesen Schritt persönlich sehr und kann ihn zugleich gut nachvollziehen. Ich bin überzeugt: Viele Menschen werden das Dilemma zwischen politischem Anspruch und persönlicher Realität wahrgenommen haben.»

Wüst befand, dass die Debatte in den vergangenen Tagen an vielen Stellen überzogen geführt worden sei. «Dennoch waren viele gestellte Fragen natürlich berechtigt.» Er respektiere, dass Spahn «diesen wohl unausweichlichen Weg jetzt gewählt» habe.

«Ich habe Verständnis dafür, dass Jens diesen Weg geht.» Mit der öffentlichen Bekanntgabe der Geburt des Sohnes von Spahn und seinem Mann durch eine Leihmutterschaft seien Fragen gestellt worden «zu einem komplexen, sensiblen und persönlichen Thema mit gesellschaftlicher Tragweite», sagte Wüst. Er appellierte an die Öffentlichkeit, in der Debatte Rücksicht auf das Kind zu nehmen. «Kinder können am allerwenigsten für die Umstände ihrer Herkunft», so der NRW-Ministerpräsident. «Niemand sucht sich die Umstände seiner Geburt aus.»

Eine Leihmutter hatte in den USA den Sohn von Spahn und seinem Mann zur Welt gebracht. In der «Bild» gewährten die beiden Einblicke in ihr Babyglück. Leihmutterschaften sind in Deutschland verboten.

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