19. Juni 2026 – dpa
Unter Tage, im Bunker aus dem Kalten Krieg oder auf der Skipiste in einer Halle: Hier entkommt man der Hitze – und erlebt dabei auch noch etwas.
Der Sommer macht sich in Nordrhein-Westfalen mit Temperaturen bis 36 Grad bemerkbar. Wer sich an den heißen Tagen aber nicht etwa an den Badesee legen, sondern Sonne und Hitze meiden möchte, hat viele Optionen.
Unter Tage hat die heiße Sonne keine Chance: Im Bergbau-Museum in Bochum können Besucher auf dem gut 1,2 Kilometer langen Streckennetz unter der Erde Eindrücke von der früheren Arbeit im Bergbau erhalten. Auch über dem ehemaligen Bergwerk geht die Ausstellung weiter: Sie informiert unter anderem über die aktuelle Forschung zu Georessourcen. Tickets gibt es ab 18 Euro unter www.tickets.bergbaumuseum.de.
Die Tropfsteinhöhle in Attendorn hat ganzjährig eine Temperatur von ungefähr 9 Grad. Bei einer Führung durch den 80 Meter langen Tunnel können Besucher der Geschichte der Höhle und der sagenumwobenen Fürstin Atta, Namensgeberin von Attendorn, zuhören. Als Souvenir kann man vor Ort Atta-Käse kaufen, der in der Höhle gereift wird. Tickets kosten für Erwachsene 14,50 Euro und sind unter www.atta-hoehle.de zu kaufen.
Das Museum KIT (Kunst im Tunnel) liegt unter der Erde - genauer gesagt unter der Düsseldorfer Rheinuferpromenade zwischen Tunnelröhren für den Autoverkehr. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf Bildhauerei, Malerei, Fotografie, Video- und Installationswerke der zeitgenössischen Kunst. Regelmäßig finden hier Führungen und Workshops mit den jungen, ausstellenden Künstlern statt. Tickets gibt es vor Ort ab 4 Euro.
In einem Abbautunnel im Kreis Mettmann können Besucher bei ganzjährig 16 Grad 400 Millionen Jahre Erdgeschichte erkunden - von der Verschiebung der Kontinente über Dinosaurier bis zu den ersten Menschen. Auch die Industriegeschichte des Kalkabbaus ist Thema. Am Ende des Tunnels können Besucher die 70 Meter hohen Felswände des Bochumer Bruchs bewundern. Plattformen in 50 Metern Höhe bieten eine Aussicht über das Gelände. Tickets ab 7 Euro gibt es vor Ort oder unter www.neanderticket.de.
Skifahren im Sommer? Das macht die Skihalle in Neuss möglich. Dort beträgt die Temperatur ganzjährig ungefähr minus 3 Grad. Auf der 300 Meter langen und bis zu 100 Meter breiten Schneepiste können Ski- und Snowboardfahrer auch im Hochsommer Wintersport treiben. Kurse und Ausrüstung sind dazu buchbar. Tickets ab 39,95 Euro gibt es online unter www.neuss.snowworld.com oder vor Ort.
Wer an den heißen Tagen shoppen möchte, ist im klimatisierten Westfield Centro in Oberhausen richtig. 142 Geschäfte, ein Kino sowie das Gastronomieangebot laden hier zum Verweilen ein. Der Besuch kann einen Nachmittag locker füllen.
Das große Waldgebiet umschließt den gesamten Südwesten Aachens und bietet eine Verschnaufpause vom Alltag. Durch das schattige Blätterdach ist es hier meist kühler als in Stadtgegenden. Zwischen Bäumen und frischen Quellen können Besucher zudem von hier aus beinahe übergangslos nach Belgien und in die Niederlande spazieren.
Der im Kalten Krieg gebaute Bunker sollte der damaligen Landesregierung ermöglichen, im Kriegsfall den Zivilschutz in NRW zu leiten. Heute werden dort Führungen angeboten, die die Geschichte und Technik des unterirdischen Gebäudes erklären. Warme Kleidung ist hier von Vorteil, denn in dem Bunker herrschen 7 Grad.
Die Technik ist an vielen Stellen immer noch funktionstüchtig und kann stellenweise ausprobiert werden. Zudem wird ein Atombombenangriff simuliert, bei dem Besucher in die Rolle der Bunkerbesatzung schlüpfen. Führungen für 15 Euro finden freitags und samstags statt, eine Anmeldung unter www.ausweichsitz-nrw.de ist erforderlich.
Konstante 10 Grad herrschen im Eiskeller in Altenberge. Der «begehbare Kühlschrank» wurde 1860 errichtet und ist eine ehemalige Bierbrauerei. Heute können Besucher hier für 2 Euro an Führungen teilnehmen. Diese finden samstags, sonntags und an Feiertagen statt. Anmeldungen erfolgen telefonisch beim Bürgeramt der Gemeinde Altenberge unter +49 2505 8284.
Viele Kirchen sind tagsüber öffentlich zugänglich und durch dicke Natursteinmauern kühl isoliert. Gerade große Kirchengebäude, wie der Kölner, Essener oder der Münsteraner Dom, bieten nicht nur eine erfrischende Zuflucht, sondern auch eine ruhige Atmosphäre zum Herunterkommen.