19. August 2026 – dpa

Neubeginn in der Pfalz

Bischof von Speyer legt überraschend Amt nieder

Der aus NRW stammende Karl-Heinz Wiesemann tritt als Bischof von Speyer zurück. Sein Bistum begründet den völlig unerwarteten Schritt mit der Gesundheit des 66-Jährigen.

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Am 19. Dezember 2007 ernannte Papst Benedikt XVI. ihn zum Nachfolger von Bischof Anton Schlembach in Speyer, die Amtseinführung folgte am 2. März 2008 im Dom. (Archivbild)

Große Überraschung im katholischen Bistum Speyer: Bischof Karl-Heinz Wiesemann ist aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Ihm sei bewusst geworden, dass er nicht mehr die Kraft habe, «die ganze Wegstrecke bis zur vollständigen Umsetzung der anstehenden Strukturreformen zu gehen», sagte der 66-Jährige einer Mitteilung seines Bistums in der Pfalz zufolge. Papst Leo XIV. habe seinen Rücktritt angenommen, hieß es.

Wiesemann leitete das Bistum Speyer seit März 2008. Es umfasst die Pfalz und den Saarpfalz-Kreis mit rund 1,57 Millionen Menschen - davon rund 423.000 Katholikinnen und Katholiken.

Wiesemann war der 96. Bischof von Speyer. Er stammt aus dem Erzbistum Paderborn, wo er am 1. August 1960 in Herford geboren wurde. Die Priesterweihe empfing er 1985 in Rom. Ab 1994 wirkte er als Pfarrer und Propst im Sauerland, am 4. Juli 2002 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof. Die Bischofsweihe empfing er in Paderborn. Am 19. Dezember 2007 ernannte Papst Benedikt XVI. ihn zum Nachfolger von Bischof Anton Schlembach in Speyer, die Amtseinführung folgte am 2. März 2008 im Dom.

«Ich bin mit ganzem Herzen und großer innerer Freude mit Ihnen Christ und für Sie Bischof gewesen. Dennoch hat die Last der umfänglichen Verantwortung in mir körperlich wie vor allem seelisch schwerwiegende Spuren hinterlassen», betonte Wiesemann.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, nahm das Rücktrittsgesuch mit Respekt und Bedauern zur Kenntnis. In einem Brief an Wiesemann schrieb er: «Für das Bistum Speyer und die Deutsche Bischofskonferenz bedeutet Dein Rücktritt einen großen Verlust. Gleichzeitig empfinde ich Hochachtung vor Deiner Entscheidung, die Du lange im Herzen erwogen hast und die Dir nicht leichtgefallen ist.»

Dem Kirchenrecht zufolge kommt nun dem Domkapitel die Aufgabe zu, in den kommenden Tagen einen sogenannten Diözesanadministrator zu wählen. Er wird das Bistum bis zur Amtsübernahme eines neuen Bischofs leiten.

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