03. September 2026 – dpa
Augenzeugen müssen mit ansehen, wie ein Kleinflugzeug in Mittelhessen in ein Getreidefeld stürzt - was der Zwischenbericht von Experten zur Ursache des Absturzes mit zwei Toten sagt.
Probleme mit dem Triebwerk führten im Juni zu dem Absturz eines Kleinflugzeugs mit zwei Toten am Segelflugplatz im mittelhessischen Pohlheim. Das geht aus einem jetzt veröffentlichten Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hervor. Darin heißt es unter anderem: «Beim Überflug über eine Lärmmessstelle kam es zu einem Triebwerksproblem. Während der anschließenden Umkehrkurve kippte das Luftfahrzeug über die linke Tragfläche ab und stürzte zu Boden.»
Bei dem Absturz waren der aus Hessen stammende 69 Jahre alte Pilot der kleinen Propellermaschine sowie sein 56-jähriger Begleiter aus Nordrhein-Westfalen ums Leben gekommen. Ersthelfer und Einsatzkräfte hatten die beiden Männer nach Polizeiangaben leblos in dem Flugzeugwrack gefunden und sofort mit der Reanimation begonnen. Der Rettungsdienst hatte beide in Krankenhäuser gebracht, wo sie laut Polizei kurz darauf an ihren schweren Verletzungen starben.
Dem Bericht zufolge war die Maschine, die mit einem neuen Propeller ausgestattet war, am Vormittag gestartet. Ziel des Flugs seien Lärmmessungen gewesen, für die eine entsprechende Messstelle mehrmals überflogen werden sollte. Bei dem 56-Jährigen habe es sich um den Mitarbeiter eines Propellerherstellers gehandelt, der den Piloten bei der Lärmmessung unterstützen sollte.
Die Maschine habe die Messstelle mit einer Geschwindigkeit über Grund von etwa 95 Stundenkilometern und in einer Höhe von 79 Metern überflogen. Etwa 50 Meter hinter der Messstelle hätten Augenzeugen ein leiser werdendes Triebwerksgeräusch «bis hin zum Motorstillstand» wahrgenommen, hieß es in dem Zwischenbericht.
Danach sei die Maschine eine Linkskurve im Sinkflug geflogen. Dabei sei die Geschwindigkeit zunächst auf etwa 70 Stundenkilometer abgesunken, kurz darauf wieder auf etwa 100 Kilometer pro Stunde angestiegen, um dann wieder auf 90 Stundenkilometer nachzugeben. Den letzten Abschnitt der Kurve hätten Augenzeugen als «auffällig langsam und mit hoher Querneigung» beschrieben, hieß es in dem Bericht. Schließlich sei das Flugzeug über die linke Tragfläche abgekippt und steil in einem Getreidefeld nördlich der Piste eingeschlagen.