10. August 2026 – dpa
Trockenheit und Hitze setzen auch die landwirtschaftlichen Betriebe unter Druck. Der Bauernverband sieht die Politik gefordert und fordert Tempo. Foodwatch mahnt einem Umbau der Landwirtschaft an.
Der Deutsche Bauernverband hat angesichts anhaltender Trockenheit, Hitzewellen und voraussichtlich unterdurchschnittlicher Ernten mehr und schnellere Hilfen der Politik gefordert. Die landwirtschaftlichen Betriebe bräuchten einen Instrumentenkasten, um sich dem Klimawandel gut anpassen zu können, sagte Generalsekretärin Stefanie Sabet im «Morgenecho» des Westdeutschen Rundfunk. Die Herausforderungen und Belastungen seien vielfältig, die Bundesregierung müsse stärker unterstützen.
Sabet verlangte auch mehr Flexibilität der Politik. Sie nannte Innovationen in Züchtungen, eine Stärkung des Landschaftswasserhaushaltes und auch des Risikomanagements, um die Betrieb nicht so stark unter Liquiditätsdruck geraten zu lassen. Im Koalitionsvertrag seien viele Dinge vereinbart und es sei «unerklärlich», warum die Bundesregierung in der aktuell schwierigen Lage «untätig» bleibe. Die Ertragslage sei angespannt, mitunter existenzbedrohend.
Eine konkrete gebotene Hilfe wäre aus Sicht des Bauernverbands, wenn ein EU-Hilfsprogramm für Düngemittelversorgung mit nationalen Mitteln aufgestockt würde. Das laufe so in anderen EU-Ländern.
Die Verbraucherorganisation Foodwatch mahnte, der Hitzesommer solle «endlich ein Weckruf sein, unsere Landwirtschaft zukunftssicher umzubauen: weniger Nutztierhaltung, weniger Kunstdünger, weniger Pestizide.» Es wäre falsch, Landwirten nur einfach mehr Geld zu geben für Kunstdünger und Diesel und immer mehr Subventionen «in das zerstörerische Agrarsystem» zu stecken, meinte Foodwatch. Die steigenden Temperaturen drohten die Preise für Lebensmittelpreise klettern zu lassen, wie aus der Klimaforschung schon seit langem gewarnt werde.