26. August 2026 – dpa
Für einen Tag ist Köln wieder das deutsche Basketball-Mekka. Für Dennis Schröder und Co. ein besonderer Ort. Bald auch für die Frauen?
Der Aufschwung der deutschen Basketballer nahm vor vier Jahren in Köln seinen Anfang. Mit einer begeisternden Vorrunde und vier Siegen in fünf Spielen legten Dennis Schröder und Co. bei der Heim-EM 2022 im Party-Tempel Lanxess Arena den Grundstein für die Bronzemedaille. Ein Jahr später wurde Deutschland in Manila sensationell Weltmeister, im vergangenen Jahr folgte in Riga der EM-Titel.
«Köln liegt mir sehr am Herzen, weil die Europameisterschaft, die wir 2022 da gespielt haben, so ein bisschen diese Basketball-Euphorie in Deutschland entfacht hat», sagte Welt- und Europameister Maodo Lo.
Einen ähnlichen Startschuss erhoffen sich auch die deutschen Basketballerinnen an diesem Donnerstag von der Arena in Köln. Dann treffen sie um 17.00 Uhr (Magentasport) in ihrer WM-Generalprobe auf die Türkei, drei Stunden später spielen Schröder und Co. in der WM-Qualifikation gegen die Niederlande.
«Ich finde das super mit den Frauen, finde es geil, dass wir einen Doppelspieltag haben», sagte Schröder vor dem Basketball-Spektakel, das durch die offizielle Verabschiedung von Welt- und Europameister Johannes Voigtmann eine weitere emotionale Note bekommt. «Das ist sehr cool und zeigt, da passiert etwas in Basketball-Deutschland.»
Während das Duell mit den Niederlanden für die deutschen Männer trotz des Fehlens von Spielern wie Franz und Moritz Wagner, Isaiah Hartenstein oder Andreas Obst nicht mehr als eine Pflichtaufgabe sein dürfte, hat die Partie gegen die Türkei für die Frauen eine sehr große Bedeutung. Schließlich ist es der letzte Test vor der Heim-WM in Berlin vom 4. bis 13. September.
Und die bisherige Vorbereitung lief eher holprig. Testspiel-Niederlagen gegen Spanien und Ungarn, die WM-Absage von Satou Sabally und Verletzungssorgen um Nyara Sabally und Leonie Fiebich - die deutschen Basketballerinnen können rund eine Woche vor dem WM-Beginn positive Nachrichten und einen Selbstvertrauens-Booster gebrauchen.
«Köln, Lanxess Arena, Double-Header mit den Herren - das ist genau das Setting, das wir für diesen Moment brauchen», sagte Bundestrainer Olaf Lange, der seit Sonntag endlich auch beim Team weilt. Zuvor hatte er wegen seiner parallelen Beschäftigung als Assistenz-Coach beim WNBA-Club Toronto Tempo noch gefehlt.
«Das wird ein Test auf höchstem Niveau und genau das wollen wir. Kein Schaukampf, kein einfaches Spiel. Wir wollen wissen, wo wir stehen», sagte Lange. In Köln muss er weiter auf das WNBA-Trio Fiebich, Nyara Sabally und Frieda Bühner verzichten, das erst in der kommenden Woche und damit wenige Tage vor dem WM-Auftakt gegen Spanien am 4. September zum Team stößt.
Dennoch fordert Lange von seiner Mannschaft eine Steigerung im Vergleich zur knappen Niederlage gegen Ungarn. Gelingt diese und ein Sieg gegen die Türkei, dann reisen die deutschen Basketballerinnen mit neuer Zuversicht nach Berlin. Und dann kann Köln das werden, was es vor vier Jahren auch für die Männer war. Der Beginn einer großen Erfolgsgeschichte.
Die deutschen Männer werden sich das Frauen-Spiel auf jeden Fall anschauen und die Daumen drücken. «Hoffentlich kann die Frauen-Mannschaft auch so eine Euphorie generieren, wie wir das damals geschafft haben. Ich würde mir wünschen, dass da so ein Momentum entsteht», sagte Lo.