09. Oktober 2026 – dpa
2028 wird nur ein Teil der linken Rheinstrecke zwischen Köln und Mainz saniert. Wann der Abschnitt Koblenz-Mainz folgt, bleibt offen. Mit Blick auf die Bundesgartenschau soll trotzdem etwas passieren.
Anders als ursprünglich geplant, wird 2028 nicht die gesamte linke Rheinstrecke der Deutschen Bahn zwischen Köln und Mainz saniert, sondern nur der nördliche Teil. Umgesetzt werde die Korridorsanierung in dem Jahr zwischen Köln und Koblenz, teilten das Bundesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn sowie das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium mit. Eine Generalsanierung zwischen Koblenz und Mainz wird demnach erst nach 2031 angegangen.
Bahn und Bund wollen in den kommenden fünf Jahren bundesweit deutlich weniger vielbefahrene Strecken sanieren als bislang geplant. Bis 2031 sollen demnach nur noch 13 statt 21 Strecken umfassend erneuert werden.
In einem früheren Generalsanierungsplan der Deutschen Bahn waren die Strecken Hürth-Kalscheuren-Koblenz sowie Koblenz-Mainz links des Rheins für das erste Halbjahr 2028 angedacht gewesen. Zwischenzeitlich sah es so aus, als würde die linksrheinische Strecke 2028 gar nicht saniert.
Deswegen hatten sich die Verkehrsminister von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, Achim Schwickert (CDU) und Oliver Krischer (Grüne), kürzlich in einem Brief an Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) und Bahn-Chefin Evelyn Palla gewandt und sich gegen eine Verschiebung ausgesprochen.
«Unser Einsatz für die linke Rheinstrecke und die intensiven Gespräche haben sich gelohnt», sagte Schwickert nun laut Mitteilung. «Gemeinsam mit dem Bund haben wir eine tragfähige Lösung gefunden, die die Modernisierung der linken Rheinstrecke voranbringt und gleichzeitig Planungssicherheit schafft.»
Der Fahrgastverband Pro Bahn sieht darin ein unzureichendes Ergebnis. «Nordrhein-Westfalen erhält die vollständige Generalsanierung, während Rheinland-Pfalz zwischen Koblenz und Mainz auf die Zeit nach 2031 vertröstet wird», teilte der Landesvorsitzende des Verbands in Rheinland-Pfalz, Noah Wand, mit. Für die Fahrgäste südlich von Koblenz gebe es dennoch Sperrungen für einzelne Maßnahmen. «Die Belastungen werden ihnen zugemutet, die umfassende Modernisierung wird aufgeschoben. Das ist nicht hinnehmbar», so Wand.
Der Verband blickt zudem mit Sorge auf den Ersatzverkehr zwischen Koblenz und Mainz. «Während der Bund bei einer Generalsanierung die Hälfte der SEV-Kosten übernimmt, muss das Land den Ersatzverkehr bei den Containersanierungen selbst finanzieren», erklärte der Vorsitzende. «Damit drohen den Fahrgästen schlechtere Ersatzangebote und dem Land zusätzliche Kosten.»
Die Landesregierung in Mainz habe es nicht geschafft, für die Fahrgäste einzustehen. «Dass Nordrhein-Westfalen seine Generalsanierung behält und Rheinland-Pfalz auf seinem zentralen Abschnitt der linken Rheinstrecke in die Röhre schaut, ist ein Armutszeugnis für die Verkehrspolitik des Landes», sagte Wand. Dafür fordere der Verband personelle Konsequenzen.
Für den Abschnitt zwischen Koblenz und Mainz habe man die Bundesgartenschau (Buga) 2029 «fest im Blick», betonte Bilger in einer Mitteilung des Verkehrsministeriums in Mainz. Wie und wann genau die Sanierung dort ablaufe, werde in weiteren Gesprächen zwischen Bund, Bahn und Land entschieden.
Fest zugesagt ist den Angaben zufolge bereits für 2028 die Verbesserung der Barrierefreiheit der für die Gartenschau relevanten Bahnhöfe. «Die linke Rheinstrecke ist eine der wichtigsten Verkehrsadern für den Personen- und Güterverkehr in Deutschland», wird Bilger in der Mitteilung des Landesministeriums zitiert.
In der Mitteilung von Bundesverkehrsministerium und Bahn heißt es weiter, die Priorisierung der zunächst nach hinten geschobenen Sanierungen erfolge von 2032 an. Bis wann die Generalsanierungen aller rund 40 geplanten Strecken abgeschlossen sein wird, ist damit völlig offen. Zuvor war der Plan, damit bis 2036 fertig zu werden.
Das Konzept der Generalsanierung entstand unter dem aus Rheinland-Pfalz kommenden, früheren Bundesverkehrsminister Volker Wissing und dem damaligen Bahnchef Richard Lutz und wurde im Februar 2023 vorgestellt. Bis 2031 sollten rund 40 vielbefahrene Bahnstrecken in Deutschland über Monate gesperrt und grundlegend saniert werden. Dafür sollten sie im Anschluss für rund zehn Jahre baufrei bleiben und deutlich weniger störanfällig sein.
Das neue Konzept bleibt mit Blick auf die Baufreiheit nach einer Sanierung vage: Die Strecke solle dann «möglichst bis zu zehn Jahre weitgehend frei von größeren baubedingten Einschränkungen» bleiben, heißt es.