27. Juli 2026 – Lea Biskup

Weitere Gedenkveranstaltungen geplant

Anschlag auf CSD in Berlin: Reaktionen aus Niedersachsen

Auch in Niedersachsen bewegt der mutmaßlich islamistische Terroranschlag auf den CSD in Berlin viele Menschen. Bereits am Sonntag gab es erste Mahnwachen und Gedenkveranstaltungen, u.a. in Hannover, Braunschweig und Oldenburg.

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Blumen, Kerzen und persönliche Botschaften sind am Morgen im Regen am Brandenburger Tor zu sehen. Im Tiergarten war am Rande des Christopher Street Day ein Mann mit einem Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. +++ dpa-Bildfunk +++, Foto: picture alliance/dpa

"Unsere Gedanken sind bei den Opfern des Anschlags auf den CSD in Berlin, ihren Angehörigen, allen Verletzten sowie den Einsatz- und Rettungskräften, die unter schwersten Bedingungen geholfen haben", schreiben Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lief (SPD), SPD-Generalsekretärin Dörte Liebetruth und die SPD Niedersachsen in einem gemeinsamen Statement auf Instagram nach dem Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin mit einer Toten und 29 Verletzten. "Der CSD ist ein Zeichen für Vielfalt, Freiheit und Demokratie – ein Ort, an dem Menschen gemeinsam und selbstbestimmt feiern und sichtbar sein können. Dass ausgerechnet dort Hass und Gewalt zuschlagen, macht uns fassungslos", geht das Statement weiter.

Ähnlich positionieren sich z.B auch Oldenburg und Braunschweig. "Oldenburg steht für ein respektvolles Miteinander – unabhängig von Herkunft, Religion, sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität. Gerade in Zeiten wie diesen gilt: Wir stehen zusammen. Gegen Hass. Gegen Gewalt. Für Menschlichkeit" so Oberbürgermesiter Jürgen Krogmann und die Stadt Oldenburg in einem gemeinsamen Statement.

In Braunschweig steht der CSD übernächsten Samstag (08.08.) an. Oberbürgermeister Thorsten Kornblum sagte: "Wir kämpfen weiter und das werden wir auch bei unserem CSD zeigen". Auch ein gemeinsames Statement von Kornblum und der Stadt Braunschweig auf Instagram unterstreicht diese Einstellung: "Braunschweig steht fest an der Seite der queeren Community. Vielfalt und Zusammenhalt sind stärker als Hass und Gewalt."

In einem gemeinsamen Statement positionieren sich auch die Organisatoren der CSDs in Leer, Norden, Wilhelmshaven, Emden, Aurich und dem Emsland auf Instagram ebenfalls zu dem Anschlag in Berlin: "Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen, ihren Angehörigen sowie allen, die das Geschehen miterleben mussten. Ein CSD ist mehr als eine bunte Veranstaltung. Er ist ein Ort der Begegnung, der Sichtbarkeit, der Solidarität und des friedlichen Protests für gleiche Rechte und eine vielfältige Gesellschaft. Gerade deshalb erschüttern uns Vorfälle wie dieser besonders.

Was in Hannover, Uelzen und Bremen geplant ist

In Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover ist am Montagabend (27.07.) um 18 Uhr eine öffentliche Gedenkveranstaltung auf dem Platz der Weltausstellung geplant. Dort soll sich laut Polizei eine niedrige dreistellige Zahl an Menschen versammeln. "Hass und Einschüchterung dürfen niemals die Oberhand gewinnen", betonte Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne), der bei der Mahnwache eine Rede halten wird. "Hannover steht an der Seite aller Menschen, die sich für Vielfalt, Menschenrechte und ein friedliches Miteinander einsetzen."

Zusätzlich passt die Landeshauptstadt ihr Sicherheitskonzept für das Maschseefest vorsorglich an. Das Verkehrssicherungs- und Sperrkonzept, das bislang ausschließlich für die besucherstarken Freitage und Samstage vorgesehen war, wird auch am Mittwoch anlässlich des Queer Wednesday umgesetzt. Von 17.00 Uhr bis 00.00 Uhr sind das Rudolf-von-Bennigsen-Ufer ab der Riepestraße, die Willy-Brandt-Allee sowie die Culemannstraße für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

Der Anschlag in Berlin ist auch für die Stadt Uelzen Anlass, die Sicherheitskonzepte für größere Veranstaltungen erneut kritisch zu prüfen. In den kommenden Tagen will sich die Stadt erneut mit dem Veranstalter des CSD und der Polizei abstimmen, um gemeinsam zu prüfen, ob für den CSD in Uelzen zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen sinnvoll und erforderlich sind. Ziel ist es, alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, damit die Veranstaltung sicher verläuft, wie eine Sprecherin der Stadt Uelzen gegenüber Antenne Niedersachsen äußerte.

Auch wenn Uelzen keine Großstadt ist, nehmen wir die abstrakte Gefährdungslage in Deutschland ernst. Die Sicherheit von Veranstaltungen ist bereits ein Arbeitsschwerpunkt der Hansestadt. Für jede größere Veranstaltung wird deshalb sorgfältig geprüft, welche konkreten Schutzmaßnahmen notwendig sind. Diese werden anschließend konsequent umgesetzt.

Auf dem Bremer Marktplatz werden rund 500 Menschen erwartet, mehrere Reden seien geplant. "Die Mahnwache ist ein Ort des Gedenkens, des Zusammenhalts und der Hoffnung", kündigten die Organisatoren an. "Gemeinsam zeigen wir: Unsere Gesellschaft ist stärker als Hass."

Anschlag in Berlin überschattet Hamburger CSD am Wochenende

Nach dem Anschlag am Rande des CSD in Berlin soll die Sicherheit auch bei den Feiern der queeren Community in Hamburg noch einmal überprüft werden. "Der Anschlag in Berlin überschattet auch den Beginn der Pride Week in Hamburg", sagte Bürgermeister Peter Tschentscher der Nachrichtenagentur dpa.

"Die Hamburger Sicherheitsbehörden tun alles, um die CSD-Demonstration und die Veranstaltungen der Pride-Week in unserer Stadt zu schützen, damit von Hamburg auch in diesem Jahr ein starkes Zeichen der Toleranz und Vielfalt ausgehen kann", versprach er.

Zu der Hamburger CSD-Parade werden am kommenden Samstag (02.08.) Hunderttausende Menschen erwartet. Die Pride Week hatte an diesem Wochenende begonnen. Die Veranstalter hatten noch am Sonntagabend zu einer Mahnwache aufgerufen, zu der laut Polizei 800 Menschen kamen. Auch in Hannover, Oldenburg oder Braunschweig versammelten sich Menschen zu Mahnwachen.

Die nächsten CSDs in Niedersachsen

Auch in Niedersachsen sind noch bis in den Oktober CSD-Veranstaltungen geplant. Die gesamte Terminübersicht gibt es hier.

  • 8. August 2026: CSD Braunschweig
  • 8. August 2026: CSD Gifhorn
  • 15. August 2026: CSD Hann.Münden
  • 15. August 2026: CSD Leer
  • 15. August 2026: CSD Peine
  • 15. August 2026: CSD Uelzen
  • 15. August 2026: CSD Wolfsburg

(mit Material der dpa)

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