19. Oktober 2026 – dpa
Eine junge Frau wird 1990 auf dem Heimweg von einer Feier brutal attackiert. Jahrzehnte danach hat die Polizei ein unbekanntes DNA-Profil gesichert. Kann ein Zeuge die Ermittlungen voranbringen?
36 Jahre nach einer lebensgefährlichen Messerattacke auf eine junge Frau in Tönisvorst bei Krefeld suchen die Ermittler neben dem unbekannten Täter auch einen wichtigen Zeugen. Die Tat ereignete sich an einem Sonntag in den Abendstunden, am 12. August 1990. Kurz vor dem Ortseingangsschild Vorst griff ein Mann die Frau unvermittelt an - nur eine Notoperation rettete ihr das Leben.
Vor der Tat sei dem späteren Opfer Ewa M. rund zehn Gehminuten vor dem Ortseingangsschild des heutigen Stadtteils Vorst ein Fußgänger entgegenkommen, teilte die Polizei mit. Der damals etwa 20 bis 25 Jahre alte hagere junge Mann mit hellen Haaren bis zum Kinn könnte ein wichtiger Zeuge in dem Cold Case sein und dürfte heute Mitte 50 bis Anfang 60 Jahre alt sein. Er soll 1,75 bis 1,85 Meter groß sein.
Der Täter war etwa 1,65 Meter groß, er zog die junge Frau in einen Graben und drohte, sie zu vergewaltigen. Danach stach er mehrfach auf sie ein. Erst als Ewa M. sich nicht mehr bewegte und der Täter vermutlich glaubte, dass das Opfer tot sei, ließ er ab und flüchtete.
Etwa eine halbe Stunde nach dem Messerangriff entdeckte glücklicherweise ein Fahrradfahrer die lebensgefährlich Verletzte. Eine Notoperation rettete ihr das Leben. Auch die heute 54 Jahre alte Frau bewegten die vielen bis offenen Fragen, etwa ob sie ein Zufallsopfer war, warum der Täter mit dieser Brutalität vorging und ob es noch weitere Geschädigte gibt, wie die Polizei schildert.
Bereits im Jahr 2001 nahmen sich Ermittler den Fall wieder vor. Dank neuer kriminaltechnischer Untersuchungen konnte ein DNA-Profil einer unbekannten männlichen Person gesichert werden. Es ließ sich allerdings bis heute keinem Mann zuordnen, erklärten die Ermittler. Der unbekannte Täter soll akzentfreies Deutsch gesprochen haben. Blut haftete vermutlich an seiner Bekleidung.
Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat und zur Ermittlung des Täters führen, setzte die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 5.000 Euro aus.