29. September 2026 – dpa
Ein Jugendlicher soll einen Brandanschlag auf eine Kirche in Hamm geplant und Kontakte zum IS gepflegt haben. Das Oberlandesgericht Düsseldorf prüft nun die Anklage.
Gegen einen 16-Jährigen ist wegen mutmaßlicher Unterstützung des IS und mutmaßlicher Anschlagspläne auf eine Kirche im westfälischen Hamm Anklage erhoben worden. Er befinde sich derzeit in einem psychiatrischen Krankenhaus auf Grundlage eines Unterbringungshaftbefehls, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf mit. Der Jugendliche wurde laut früheren Angaben der Behörde vor knapp einem halben Jahr festgenommen.
Nach Einholung eines fachpsychiatrischen Gutachtens eines Sachverständigen konnte nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft festgestellt werden, dass der Angeschuldigte bei den ihm zur Last gelegten Taten «aufgrund einer psychischen Erkrankung in seiner Einsichtsfähigkeit erheblich eingeschränkt war». Das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheide nun darüber, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen werde.
Der 16-Jährige soll im Zeitraum von Mai bis Oktober 2024 über einen Messengerdienst in Kontakt mit einem Mitglied des sogenannten Islamischen Staates (IS) gestanden zu haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft weiter mit. Mit einer weiteren Person soll er sich zwischen Oktober 2025 und März 2026 über mögliche Anschlagsszenarien ausgetauscht haben.
Dabei soll er sich zu einem Anschlag in Deutschland - einem Brandanschlag auf eine Kirche in Hamm - bereit erklärt haben. Hierzu soll er konkrete Instruktionen zum Ausspähen des Kirchengebäudes erhalten und diese teilweise in die Tat umgesetzt haben - unter anderem durch den Erwerb einer Drohne. Außerdem sei er hinreichend verdächtig, im März 2026 versucht zu haben, mit Silvesterraketen einen Hochsitz zur Explosion zu bringen.