03. Juli 2026 – dpa

Zugausfälle und Verspätungen

«Missmanagement» - Harsche Kritik aus Wuppertal an der Bahn

Kids zu spät aus der Kita, Pendler im Dauerstress: Die Bahn-Pannen in Wuppertal haben Folgen für den Alltag – und bringen die Stadtspitze auf die Barrikaden.

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Nach tagelangen Ausfällen wegen einer Stellwerksstörung gibt es erneut Probleme beim Zugverkehr in Wuppertal. (Archivbild)

Nach einer Pannenserie und vielen Zugausfällen wirft Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff (SPD) der Deutschen Bahn «Missmanagement» vor. Seit Monaten litten die Bürger der Stadt unter den Folgen der Generalsanierung. Sie müssten drastisch längere Fahrtzeiten und unzuverlässige Busse im Schienenersatzverkehr akzeptieren, weil die Deutsche Bahn «seit Jahren infrastrukturelle Herausforderungen vor sich herschiebt».

«Doch die Ereignisse der letzten Tage setzen dem Missmanagement der Bahn aus meiner und der Sicht vieler Wuppertalerinnen und Wuppertaler die Krone auf und so langsam verlieren wir die Geduld», kritisiert Scherff. Sie hat einen offenen Brief an den Konzernbevollmächtigten der Bahn für NRW verfasst.

«Entgegen vieler kritischer Stimmen im Laufe des letzten Jahres auch aus Wuppertal haben Sie sich bewusst entschieden, die Stellwerke rund um unsere Stadt nicht zu modernisieren - und ich habe den Eindruck, dass Ihnen und leider auch uns das jetzt auf die Füße fällt.» Die Ausfälle der letzten Tage zeigten, wie labil die bestehende Infrastruktur ist, wenn ein einzelnes Stellwerk oder eine Weiche den Bahnverkehr rund um Wuppertal über Tage lahmlege.

Das habe «verheerende Konsequenzen» für Bürger. Das erfahre sie jeden Tag durch Mails, Instagram-Nachrichten und in Gesprächen. «Die Arbeitnehmenden kommen zu spät zu ihrem Job oder die Jugendlichen zu spät zur Schule, was negative Konsequenzen mit sich bringt, oder Kinder werden zu spät aus der Kita abgeholt, was unsere Kleinsten und das Familienleben stark belastet.»

Die Bürger müssten sich darauf verlassen können, dass der Staat und seine Infrastruktur zuverlässig und planungssicher funktionieren. «Die Probleme der letzten Tage, Wochen und Monate untergraben die Akzeptanz in den öffentlichen Verkehr als Ganzes», unterstreicht die Oberbürgermeisterin.

Scherff fordert die Manager der Deutschen Bahn auf, «die Ursachen der mannigfaltigen Störungen konsequent aufzuarbeiten und Ihre Technik umgehend und umfassend zu modernisieren und leistungsfähiger sowie widerstandsfähiger zu gestalten - und dies mit höchster Priorität anzugehen».

Im Bahnverkehr rund um Wuppertal reiht sich seit gut zwei Wochen ein Ausfall an den nächsten. Zunächst hatte am 18. Juni ein defektes Stellwerk dafür gesorgt, dass keine Züge zwischen Düsseldorf und Wuppertal fahren konnten. Nach gut einer Woche sollte das Stellwerk wieder laufen. Doch schon kurz nach Inbetriebnahme fiel es erneut für mehrere Tage aus. Insgesamt konnten dadurch zwei Wochen lang keine Züge durch Wuppertal fahren.

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