24. September 2026 –
Noah Seiler vertritt als einer von 36 Teilnehmern Deutschland bei der Weltmeisterschaft der Berufe in Shanghai. Sein klares Ziel: eine Medaille – am liebsten Gold.
Während andere für eine Sport-WM trainieren, hat Noah aus Niedersachsen monatelang geschliffen, gespachtelt, abgeklebt und lackiert. Der Lüneburger Fahrzeuglackierer tritt für Deutschland bei der Weltmeisterschaft der Berufe in Shanghai an. In seiner Disziplin misst er sich mit 23 weiteren Teilnehmern aus aller Welt.
"Das Ziel ist auf jeden Fall Gold. Wegen was anderem bin ich nicht hergekommen", erzählt Noah Kim selbstbewusst im Antenne Niedersachsen-Interview.
Vom Kammersieger ins Nationalteam
Noahs Weg zur Weltmeisterschaft begann mit einer Ausbildung, die er mit der Note Eins abschloss. Danach wurde er zunächst Kammersieger im Bereich Lüneburg, Stade und Braunschweig, später Landessieger in Niedersachsen. Bei den Deutschen Meisterschaften der Fahrzeuglackierer belegte er zwar den fünften Platz - überzeugte aber trotzdem so sehr, dass er ins Fahrzeuglackierer-Nationalteam aufgenommen wurde.
Seit rund einem Jahr trainiert Noah gezielt für die WM. Dafür ging es regelmäßig an Wochenenden zu seinem Trainer, der mehrere Stunden entfernt wohnt. Dazu kamen internationale Wettbewerbe, unter anderem in Taipeh, Kanada und Dänemark, sowie ein einwöchiges Abschlusstraining vor der Abreise nach Shanghai.
Lackieren unter Zeitdruck
Bei der WM muss Noah kein komplettes Auto lackieren. Stattdessen warten verschiedene Module auf ihn: etwa ein Kotflügel, eine Stoßstange oder eine beschädigte Tür. Dabei kommt es nicht nur auf ein gutes Endergebnis an. Jeder einzelne Arbeitsschritt wird bewertet.
So muss Noah beispielsweise Dellen spachteln, schleifen, grundieren und lackieren. Auch die richtige Schichtdicke von Grundierung, Basislack und Klarlack spielt eine entscheidende Rolle. "Da darfst du nicht zu viel oder zu wenig haben", erklärt er.
Für das Lackieren eines Kotflügels bleiben ihm beispielsweise nur anderthalb Stunden. Außerdem muss er Fahrzeuge fachgerecht abkleben und für die Lackierung vorbereiten. Präzision, sauberes Arbeiten und Zeitmanagement sind entscheidend.
Noah Seiler vertritt als einer von 36 Teilnehmern Deutschland bei der Weltmeisterschaft der Berufe in Shanghai. (Foto: Privat)