06. Mai 2026 – Sarah Buletta

Starker Zusammenhalt

Wie Bad Iburg sein Freibad mit vereinten Kräften zurückholt

Zwei Jahre lang war im Freibad Bad Iburg Schluss, weil der Stadt das Geld für Sanierung und Unterhalt fehlte. Jetzt steht aber die Wiedereröffnung an – weil Hunderte Menschen mitangepackt, organisiert und improvisiert haben.

Christian Schilowski, Sarah Buletta und Udo Bröskamp stehen vor dem Schwimmbecken des Freibads Bad Iburg
Christian Schilowski, Sarah Buletta und Udo Bröskamp

Feinschliff im Freibad

Es blubbert im Becken, der Saugroboter zieht seine Bahnen, am Eingang wird noch am QR-System gearbeitet: Im Freibad Bad Iburg läuft der Endspurt. Nach zwei Jahren Stillstand soll das Bad wieder öffnen – nicht, weil plötzlich alles einfach geworden wäre, sondern weil sich viele Menschen in der Stadt zusammengetan haben.

Mehr als 500 Mitglieder stehen hinter dem Förderverein, rund 150 Ehrenamtliche helfen ganz praktisch mit. Für Udo Bröskamp, Geschäftsführer der Bürgerbad Bad Iburg gGmbH, war schnell klar: Ohne Struktur geht so ein Kraftakt nicht. „Wir haben richtig Projektpläne gemacht, Teams organisiert“, sagt er. Kassenteam, Kioskteam, Gartenteam – vieles läuft eigenständig, vieles komplett ehrenamtlich.

Aus einem Freibad wurde ein Gemeinschaftsprojekt

Zwei für viele Kinder und Schwimmer lange Jahre hatte das Freibad geschlossen. Für die Sanierung und den Unterhalt fehlte wie in vielen anderen niedersächsischen Kommunen das Geld. Dass eine Bürgerinitiative aber in wenigen Monaten ein ganzes Freibad fit macht, das ist dann auch in Niedersachsen keine Alltagssache. In Bad Iburg kam dazu: Die eigentliche Sanierung lief erst ab Oktober und damit in einem erstaunlich kurzen Zeitfenster bis zur Eröffnung, die Ende Mai groß gefeiert werden soll.


Bröskamp beschreibt den Neustart deshalb wie ein „Start-up“: Budget planen, Aufgaben verteilen, Entscheidungen treffen. Der entscheidende Punkt sei aber die Stimmung gewesen. Schon im Januar hätten sich 120 Leute „bei Eis und Schnee“ im Bad getroffen und gesagt: „Jetzt geht’s los!“

Viele Hände - Schnelles Ende

Wie viel dabei in Eigenleistung passiert, zeigt sich an vielen Ecken. Junge Programmierer bauen den QR-Zugang selbst, statt teure Technik einzukaufen. Das spart Geld – und zeigt, wie viele Fähigkeiten in so einer kleinen Stadt zusammenkommen.

Auch technisch war der Neustart anspruchsvoll. Christian Schikowski, verantwortlich für die Schwimmbadtechnik, ist eigentlich aus anderen Bereichen der Anlagentechnik gekommen. „Irgendeiner muss es ja machen“, sagt er trocken. Nach zweieinhalb Jahren Stillstand sei das Bad eher ein Biotop gewesen. Jetzt ist aus Algengrün wieder „Edelstahlblau“ geworden.

Schikowski sagt, genau dieses Zusammenspiel habe den Unterschied gemacht: „Alle marschieren in die gleiche Richtung.“ Und genau das spürt man auch über das Becken hinaus. Das Freibad soll nicht nur ein Ort zum Schwimmen sein, sondern ein Treffpunkt für Familien, Kinder, Schulklassen und Vereine.

Was am Ende zählt

Kurz vor dem Start gibt es immer noch Nervenkitzel, letzte Tests und kleine Baustellen. Aber vor allem gibt es Vorfreude. Die große Eröffnungsparty steigt gleich zwei Tage am 30. und 31. Mai, und der erste Badegast soll sogar mit einem Blumenstrauß begrüßt werden.

Warum Menschen so viel Zeit in dieses Bad stecken, beantwortet Udo Bröskamp ganz klar: Es gehe um die Gesichter der Kinder, sagt er. Um Konrad zum Beispiel, 12 Jahre alt, der beim Streichen geholfen hat und vor allem eine Sorge hatte: ob das Bad im nächsten Jahr wieder schließen muss. Bröskamp versprach ihm: „Es wird offen sein bis 2075.“ Konrad habe dann erst mal lange gerechnet – und am Ende breit gegrinst.

Eine Wellenrutsche führt in Schwimmbecken von Bad Iburg und erwartet die Gäste der Freibadsaison
Eine Wellenrutsche führt in Schwimmbecken von Bad Iburg und erwartet die Gäste der Freibadsaison

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