27. Januar 2026 –
Wir erklären, wer in Niedersachsen bei Schnee, Eis und Glätte über Schulausfälle entscheidet, warum die Entscheidung meist erst am frühen Morgen getroffen wird und wann Kinder zuhause bleiben dürfen. Plus: Wo ihr aktuelle Schulausfälle schnell findet.
Wer entscheidet, ob die Schule wegen Schnee und/oder Glätte ausfällt?
Das machen die Landkreise und kreisfreien Städte für die allgemein- und berufsbildenden Schulen im jeweiligen Gebiet. Konkret heißt das zum Beispiel für die Landkreise, dass der Landrat oder die Landrätin das letzte Wort hat.
Wie wird die Entscheidung getroffen?
Am Anfang steht die Frage: Ist der Schulweg für die Schülerinnen und Schüler sicher? Die Straßenmeistereien sind mit den sogenannten Spähern schon früh am Morgen unterwegs und schauen sich die Verhältnisse auf den Straßen im jeweiligen Landkreis oder der Stadt grundsätzlich an. Dann geben sie eine Empfehlung für das gesamte Kreis- oder Stadtgebiet ab. Auch Wetterprognosen spielen bei der Entscheidung eine Rolle. Außerdem gibt es auch Abstimmungen mit den lokalen Verkehrsbetrieben. Fällt die Schülerbeförderung aus, weil zum Beispiel der Buslinienbetrieb eingestellt wird, fällt in den meisten Fällen auch die Schule aus.
Warum kommen die Entscheidungen oft so kurzfristig?
Ob die Schule ausfällt oder nicht, entscheidet sich anhand der aktuellen Wetter- und Straßenlage am jeweiligen Morgen. Vom Landkreis Emsland zum Beispiel heißt es da zur Begründung: Es gehe nicht nur um Wettervorhersagen, sondern zum Beispiel auch darum, inwieweit der Winterdienst die wichtigen Verkehrswege bis zum Beginn der Schülerbeförderung räumen kann. Dass Unterricht proaktiv abgesagt wird, kommt selten vor.
Kann ich mein Kind zuhause lassen, wenn die Schule nicht ausfällt, ich das Wetter aber zu extrem finde?
Ja, grundsätzlich können Erziehungsberechtigte ihre Kinder im Primar- und Sekundarbereich I zu Hause behalten, wenn sie eine unzumutbare Gefährdung auf dem Schulweg befürchten. Das gilt auch dann, wenn der jeweilige Landkreis oder die Stadt keinen Unterrichtsausfall beschlossen hat. Das sagt das Kultusministerium. Gibt es hingegen einen Unterrichtsausfall und die Schülerinnen und Schüler kommen trotzdem in die Schule, muss die Schule die Betreuung übernehmen.
Wenn die Kinder schon zuhause bleiben, warum gibt es dann nicht für alle Distanzunterricht?
Ob es Distanzunterricht gibt oder nicht, entscheiden die Schulleitungen. Niedersachsens Kultusministerin Hamburg hat zuletzt nochmal betont, dass sie will, dass das so bleibt - obwohl es aus der Opposition Rufe nach einer Distanzunterricht-Pflicht in solchen Fällen gibt. Eine verbindliche Vorgabe hängt Hamburg zufolge aber auch von den Voraussetzungen der Schulen ab und die sind nicht überall im Land gleich. Außerdem meint Hamburg, man müsse sich auch fragen wie gut Distanzunterricht überhaupt in den Grundschulen funktionieren würde. Insofern müsse man ohnehin differenzieren, deswegen könnten die Schulleitungen das am besten entscheiden, so Hamburg.
Wir bei Antenne Niedersachsen halten euch im Live-Programm, auf unseren Social Media-Kanälen und online auf dem Laufenden, was Schulausfälle angeht. Hier haben wir alle gemeldeten Ausfälle immer aktuell für euch zusammengefasst.
Schulausfälle in Niedersachsen
Hier informieren wir euch über offiziell gemeldete Schulausfälle aus eurer Region.