04. März 2026 – Sascha Funke

So helfen Ehrenamtliche

Unterwegs mit den Kröten-Rettern von Hude

Es ist wärmer geworden, und aktuell sind viele Kröten und Frösche auf ihrer gefährlichen Wanderung zu ihren Laichgewässern. Wenn sie Glück haben, helfen ihnen engagierte Menschen dabei, nicht überfahren zu werden. Aber was treibt diese Retter an? Antenne Niedersachsen-Reporterin Sandra Meyer hat die Krötenretter begleitet.

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Ein Verkehrsschild macht auf die Krötenwanderung aufmerksam. Auf vielen Landstraßen in Niedersachsen ist Vorsicht angesagt, denn die Kröten wandern wieder. Milde Temperaturen treiben die Tiere und ihre Artgenossen dieses Jahr früher aus ihrem Winterquartier., Foto: picture alliance/dpa

Kein Spaziergang

Gefährlicher Weg für Amphibien – das ist derzeit die Realität rund um Hude im Landkreis Oldenburg. Bald jeden Abend und Morgen machen sich Kröten, Frösche und Molche auf ihre Wanderung zu den Laichgewässern, um für Nachwuchs zu sorgen. Zahlreiche Naturschützer, wie der NABU, haben an der Straße beim Friedwald deshalb einen Krötenzaun aufgestellt. So verhindert er, dass die Tiere eine vielbefahrene Straße queren und die gefährliche Reise dort ihr jähes Ende findet.

Freiwillige wie Helmut Brüggemann kontrollieren den Krötenzaun jeden Morgen und Abend – egal ob es feucht-neblig ist oder der Regen die Sicht erschwert. Je nach Wetterlage kommen pro Kontrolle manchmal mehr als 70 Kröten zusammen, die vorsichtig in Eimern aufgesammelt und über die Straße getragen werden. „Die Temperaturen passen, aber es ist einfach zu trocken“, erklärt Brüggemann. Am liebsten hätten die Tiere 10 bis 15 Grad und dicken Nebel. Die "Kröten-Sammel-Saison" geht in etwa bis Ende März.

Naturschutz als Familienerlebnis

Neben erfahrenen Amphibienfans sind auch viele Familien im Einsatz. Jessica Löhlein beispielsweise bringt am Wochenende oft ihre zehnjährige Tochter mit – und die weiß inzwischen genau, wie man Krötenmännchen an ihren dunklen Flecken zwischen Daumen und Zeigefinger erkennt oder wie das typische Quaken klingt. Löhlein sagt dazu: „Sowas lernt man in keinem Bio-Unterricht“. Neben den vielen Eindrücken für Kinder ist Naturschutz auch eine Gemeinschaftsaufgabe, bei der jeder helfen kann – ganz egal, ob mit Vorkenntnissen oder als Neuling.

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(v.l.n.r.) Helmut Brüggemann, Reporterin Sandra Meyer, Jessica Löhlein und Julia Hesius.

Warum jede Rettung zählt

Krötenweibchen tragen jetzt schon ihren Laich in sich – bis zu 4000 Eier auf einmal. Jedes überfahrene Weibchen bedeutet also einen großen Verlust für die heimische Amphibienpopulation. Die akribische Handarbeit der Helfer ist dabei unbezahlbar: Fangzäune errichten, Kontrollgänge bei Wind und Wetter und das sanfte Umsiedeln der Tiere.

Wer mithelfen will, kann sich an die örtlichen Naturschutzgruppen oder an den NABU wenden. Die Krötenwandersaison dauert noch bis Ende März – jede helfende Hand zählt, damit auch in Zukunft die Laichgewässer rund um Hude lebendig bleiben.



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