31. August 2026 – Angelina Tracht (deaktiviert)

Schluss nach 16 Jahren

Rock am Beckenrand in Wolfshagen: Letztes Festival im Freibad im Harz

Das Festival "Rock am Beckenrand" im Freibad Wolfshagen im Harz (LK Goslar) ist am letzten Augustwochenende 2026 zum letzten Mal über die Bühne gegangen. Zwischen Pool, Campingplatz und Bühnen gab es Musik, Wasserspaß und jede Menge Geschichten. Unsere Antenne Niedersachsen-Reporterinnen Angelina und Tabea waren vor Ort.

Eine große Menschenmenge versammelt sich vor einer Bühne bei einem Open-Air-Konzert.
Zahlreiche Besucher genießen das "Rock am Beckenrand"-Festival bei sonnigem Wetter. (Foto: Antenne Niedersachsen)

16 Jahre lang wurde im Freibad Wolfshagen im Harz (LK Goslar) bei "Rock am Beckenrand" gefeiert. Am letzten Augustwochenende 2026 fand das Festival zum letzten Mal statt. Dafür wurde auf drei Bühnen Musik gespielt: auf der Main Stage, einer Wohnzimmer-Bühne in einem Wohnwagen und auf einer Bühne direkt am Pool. Ein Konzert fand sogar auf einem fahrenden Trecker statt: Während der Musiker auf dem Trecker unterwegs war, liefen die Festivalbesucher singend hinterher.

Musikalisch reichte das Programm von Rock und Punk über Indie und Pop bis Ska. Unter anderem traten dieses Jahr Royal Republic, Swiss & Die Andern, Paula Carolina und Das Lumpenpack auf.

Leuchtende Outfits und jede Menge Enten

Für unsere Antenne Niedersachsen-Reporterinnen, die zum ersten Mal auf dem Festival waren, gab es jede Menge zu entdecken: leuchtende Jacken, blinkende Haarreifen und bunte Schwimmreifen. Besonders auffällig waren die vielen Enten, die den beiden in Erinnerung geblieben sind. Sei es als Outfit, Kette oder Accessoire. Eine gehört dabei ganz besonders zum Festival: Helga. Die sechs Meter große schwarze Ente ist längst ein Erkennungszeichen von Rock am Beckenrand. Eine Besonderheit von Helga ist, dass sie sogar begehbar ist.

Unterwegs auf dem Campingplatz sind Angelina und Tabea mit den Festivalbesuchern ins Gespräch gekommen und haben die eine oder andere Geschichte der vergangenen Jahre erzählt bekommen, wie diese: Eine Besucherin lernte ihren Exfreund, mit dem sie heute nichts mehr zu tu hat, bei "Rock am Beckenrand" kennen. Die Freundschaften zu seinen Freunden sind geblieben, weshalb sie mit diesen weiterhin zum Festival gekommen ist.

Jede Menge Sport und die kleinste Disko der Welt

Abseits der Musik wurde es beim Bier-Yoga sportlich. Natürlich durfte hier das passende Getränk nicht fehlen. Weiter ging es bei der Wassergymnastik im Freibad mit Unterstützung der Oberhexe Antje.

Ein weiteres Kuriosum war die "kleinste Disko der Welt", die sich in einer Telefonzelle befindet. Sieben Menschen passen hinein – der Selbsttest hat es gezeigt.

Warum nach 16 Jahren Schluss ist

Das Festival Rock am Beckenrand gibt es seit 2007 im Freibad Wolfshagen. Angefangen hat es als kleines Open-Air mit vor allem lokalen Bands. 2016 wurde der Verein Rock am Beckenrand gegründet. Seitdem wurde das Festival gemeinsam mit dem Waldfreibad-Verein organisiert.

Die gesamte Organisation läuft ehrenamtlich. Hinter dem Festival steckt deshalb nicht nur das Veranstaltungswochenende selbst, sondern fast ein ganzes Jahr Vorbereitung. Für das Team ist dieser Aufwand über die Jahre immer größer geworden.

Ole, Mitorganisator und Teil der Security, beschreibt den Abschied als Gefühl zwischen Freude und Traurigkeit: "Es ist natürlich irgendwie ein lachendes und weinendes Auge. Zum einen weiß man, dass da feste Gründe dahinter stehen, warum wir das Ganze beenden wollen und mit einem positiven Gefühl gehen wollen, weil es sonst einzelne Leute überfordern könnte. Und gleichzeitig ist es sehr, sehr schade, weil wir uns sehr viel aufgebaut haben, sehr viel Herzblut reingesteckt haben und es jedes Jahr professioneller geworden ist. Und trotzdem müssen wir diesen Schritt jetzt gehen."

Auch bei Mark aus dem Vorstand sind die Emotionen spürbar: "Die ein oder andere Träne ist auch bei uns schon geflossen."

Ein letzter Festival-Sommer in Wolfshagen im Harz

Trotz oder gerade wegen des anstehenden Abschieds wurde im Freibad noch einmal ordentlich gefeiert – mit neuer Musik und vielen Gesprächen mit ganz unterschiedlichen Menschen. Deutlich wurde, was das Festival ausmacht: Es sind nicht nur die Bands, sondern gleichermaßen die Menschen, die jedes Jahr wiederkommen, die Freundschaften, die auf dem Festival entstanden sind und die Geschichten, die man anschließend mit nach Hause nimmt.

Nach 16 Auflagen ist jetzt Schluss mit Rock am Beckenrand, doch die Geschichten und Erinnerungen bleiben.

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