11. Februar 2026 – Sascha Funke

Schul-Experiment in Hannover

Ohne Handy in die 5. Klasse? So soll das funktionieren

Kein Handy in der Schule – das ist an vielen Schulen längst Standard. Aber gar kein Smartphone für Fünftklässler, auch nicht zu Hause? Darüber müssen wir sprechen, und genau das hat unser Moin-Show Moderator Flüecki getan. Als Familienvater ist er extrem neugierig, wie dieses Experiment funktionieren soll.

Kind mit Handy.jpeg
Wann ist der richtige Zeitpunkt fürs erste, eigene Handy?. (Symbolbild)

Kein Handy – Kein Druck

Unser Moin-Show Moderator Flüecki weiß aus dem eigenen Alltag: Der Kampf ums Handy gehört in vielen Familien dazu. Einerseits sollen Kinder nicht zu viel "rumdaddeln", andererseits ist das Smartphone längst ein scheinbar unverzichtbares Kommunikationsmittel geworden. Genau hier setzt die Elsa-Brändström-Schule in Hannovers Südstadt an. Die Idee: Wenn in einer Klasse niemand ein eigenes Smartphone besitzt, entsteht sozialer Druck gar nicht erst.

Das Gymnasium ist zwar schon seit Jahren eine handyfreie Zone, doch zum kommenden Schuljahr geht Jahrgangskoordinator Thomas Carell einen großen Schritt weiter. Eltern können ihre Kinder bewusst für eine 5. Klasse anmelden, in der sich alle freiwillig verpflichten, zunächst komplett auf ein eigenes Smartphone zu verzichten.

Mehr Ruhe beim Start in die neue Schule

Ziel des Projekts ist es, den Übergang auf die weiterführende Schule möglichst ruhig und konzentriert zu gestalten. Ohne Ablenkung durch Chats, Handy-Games oder WhatsApp-Klassengruppen sollen Bewegung, persönliche Gespräche und gemeinsames Spielen wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.

Unser Moin-Show Moderator Flüecki findet das Experiment zwar extrem spannend, fragt sich aber auch, ob den Kindern im Vergleich zu anderen ein wichtiger Baustein im Alltag fehlt – Stichwort Medienkompetenz. Doch hier kann Jahrgangskoordinator Thomas Carell beruhigen. Die Schule setzt auf einen schrittweisen Einstieg in die digitale Welt. Bereits im fünften Jahrgang gibt es eine Internet-AG, später folgen ein Computerführerschein und die angeleitete Nutzung digitaler Medien für Präsentationen oder Recherchen.

So reagieren Eltern

Die Selbstverpflichtung gilt zunächst für ein Jahr. Danach kann gemeinsam entschieden werden, ob der Verzicht verlängert werden soll. Selbst wenn einzelne Familien ihrem Kind in dieser Zeit doch ein Smartphone anschaffen, hat das im Schulalltag keine direkten Konsequenzen. Da die Geräte ohnehin nicht genutzt werden, entsteht kein zusätzlicher Druck durch Klassenchats oder soziale Medien.

Die Resonanz auf das Projekt ist bislang überwiegend positiv. Viele Eltern zeigen Interesse, und in einer Umfrage unter bestehenden Jahrgängen gab etwa die Hälfte der Familien an, dass sie sich ein solches Angebot rückblickend gewünscht hätte. Ob tatsächlich eine oder mehrere handyfreie Klassen starten, entscheidet sich mit den Anmeldungen im Mai. Mindestens 20 Kinder werden benötigt – bei größerer Nachfrage könnten auch mehrere Klassen eingerichtet werden.

undefined
Antenne Niedersachsen
Audiothek