05. November 2026 – Frederic Heimann
In Niedersachsen sind die Blutreserven des DRK seit Wochen zu niedrig. Statt der nötigen 10.000 Konserven liegen nur rund 9.000 auf Lager. Der Blutspendedienst ruft deshalb alle gesunden Menschen dazu auf, jetzt einen Termin wahrzunehmen.
Bestände seit Wochen unter der nötigen Marke
Die Blutreserven in Niedersachsen sind nach Angaben des DRK-Blutspendedienstes deutlich geschrumpft. Um Kliniken im Versorgungsgebiet zuverlässig versorgen zu können, müssten konstant mindestens 10.000 Blutkonserven verfügbar sein. Tatsächlich liegen seit Wochen aber nur rund 9.000 auf Lager.
Damit wird die Versorgung schwieriger. Nach Angaben des DRK kann derzeit vor allem das Blut ausgeliefert werden, das besonders dringend gebraucht wird. Hält die Entwicklung an, könnten im schlimmsten Fall auch planbare Operationen verschoben werden. Für akute Notfälle wird Blut jedoch weiterhin jeden Tag benötigt - etwa nach Unfällen oder in anderen medizinischen Notsituationen.
Erkältungszeit drückt die Zahl der Spender
Ein zentraler Grund für den Engpass ist aus Sicht des DRK die Jahreszeit. Mit Beginn der Erkältungssaison sinkt regelmäßig die Zahl der Menschen, die Blut spenden können oder wollen. Wer erkältet war, darf nach DRK-Angaben erst wieder spenden, wenn die Erkrankung mindestens eine Woche auskuriert ist. Nach einer Grippe mit Fieber gilt sogar eine Wartezeit von vier Wochen nach der Genesung.
Wie stark sich das bemerkbar macht, zeigen die Zahlen aus Niedersachsen: Täglich werden demnach bis zu 2.300 Spenderinnen und Spender gebraucht. Im Oktober kamen im Schnitt aber nur 1.900 pro Tag zusammen. Unterm Strich fehlten also jeden Tag rund 400 Menschen, die Blut gespendet hätten.
DRK appelliert an alle gesunden Menschen
Der Blutspendedienst ruft deshalb alle Menschen, die gesund und fit sind, jetzt zur Spende auf. Jede einzelne Spende helfe, die Versorgung zu stabilisieren. Besonders kritisch ist die Lage auch deshalb, weil in den kommenden Wochen mit weiteren Erkältungen gerechnet wird und die Zahl der Spenderinnen und Spender damit eher weiter sinken dürfte.
Das DRK verweist zudem auf einen praktischen Nebeneffekt: Vor Ort wird unter anderem der Blutdruck gemessen, das gespendete Blut wird anschließend im Labor auf Infektionskrankheiten untersucht. Im Mittelpunkt steht für den Blutspendedienst aber vor allem die Hilfe für andere. Aus einer Blutspende entstehen laut DRK drei verschiedene Blutpräparate, mit denen bis zu drei Leben gerettet werden können.
Engpass betrifft das gesamte Versorgungsgebiet
Nach Angaben des DRK lässt sich der Mangel nicht auf einzelne Städte oder Landkreise begrenzen. Die Blutkonserven aus dem gesamten Versorgungsgebiet werden zentral genutzt und anschließend auch wieder im gesamten Gebiet verteilt. Fehlt Blut, trifft das deshalb nicht nur einzelne Orte, sondern die Versorgung insgesamt.