31. Oktober 2026 – dpa

Schäden nach ersten Herbststürmen

Nordsee-Inseln: Inseln: Atürme spülen Strände und Dünen ab

Die ersten Herbststürme haben auf mehreren ostfriesischen Inseln deutliche Schäden an Stränden und Dünen hinterlassen. Besonders betroffen sind Norderney und Wangerooge.

Spaziergänger auf Norderney laufen am Strandabschnitt «Weisse Düne» hinter einem «Zutritt verboten» Schild
Schilder weisen wir hier auf Norderney auf die Sturmflutschäden hin.


Erste Herbststürme treffen ostfriesische Inseln

Zwei leichte Sturmfluten haben in den vergangenen Tagen an der niedersächsischen Nordseeküste bereits erhebliche Sandverluste verursacht. Betroffen sind fast alle ostfriesischen Inseln. Vor allem auf Norderney und Wangerooge haben Wind und Wellen Strände stark verändert.

Nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) entstanden an mehreren Inseln Abbruchkanten vor Schutzdünen. Auf Borkum, Juist, Langeoog und Spiekeroog wurde ebenfalls Sand abgetragen. Aus Sicht des Küstenschutzes besteht aktuell aber keine Gefährdungslage: Die Schutzdünen erfüllen ihre Sturmflutschutzfunktion weiterhin vollständig.

Norderney: Schäden an der Weißen Düne

Besonders stark betroffen ist die Weiße Düne auf Norderney. Dort schätzt der NLWKN den Dünenrückgang auf mehr als sechs Meter.

Der Abschnitt war bereits zuvor problematisch. Weil dort schon länger Sand fehlte, hatte das Staatsbad den Badebetrieb im Sommer aufgegeben. Zuletzt standen dort nur noch einige Strandkörbe. Nach aktuellem Stand könnte im kommenden Jahr dort nichts mehr aufgebaut werden.

Der Grund: Neue Sandaufschüttungen wären erneut teuer. Deshalb könnte der Bereich künftig stärker der natürlichen Entwicklung überlassen werden.

Auch an der Kugelbake fehlt Sand

Nicht nur die Weiße Düne ist auf Norderney betroffen. Auch am Strandabschnitt Kugelbake wurde vor der Schutzdüne Sand weggespült. Laut NLWKN liegt der Dünenrückgang dort im Mittel bei bis zu vier Metern.

Die Dünen in diesem Abschnitt waren erst 2022 verstärkt worden. An der Sturmflutsicherheit ändert das nach Angaben des Landesbetriebs derzeit nichts.

Warnung an Urlauber: Abstand halten

Sowohl das Staatsbad als auch der NLWKN warnen Urlauber davor, sich den Abbruchkanten zu nähern. An der Weißen Düne gibt es nach Angaben des Staatsbads keine Abgänge mehr zum Strand. Schilder weisen auf die Gefahr hin.

Wer sich zu nah an die Kante wagt, riskiert einen Abbruch des Untergrunds. Besucher sollten abgesperrte oder instabile Bereiche deshalb konsequent meiden.

Wangerooge: Hauptbadestrand verliert viel Sand

Auf Wangerooge haben die Herbststürme ein besonders großes Loch in den Hauptbadestrand gerissen. Nach Schätzungen der Kurverwaltung fehlen dort bereits mehr als 40.000 Kubikmeter Sand.

Für den Badebetrieb im Jahr 2027 muss der Strand damit voraussichtlich erneut aufwendig mit Maschinen aufgefahren werden. Für die Inselgemeinde ist das ein erheblicher Kostenfaktor. Nach Angaben der Kurverwaltung könnten schon jetzt Ausgaben von weit über 330.000 Euro auflaufen.

Wangerooge hofft deshalb auf finanzielle Unterstützung durch das Land Niedersachsen und den Landkreis Friesland. Für die Insel ist ein intakter Badestrand wirtschaftlich besonders wichtig, weil er eine zentrale Grundlage für den Tourismus ist.

Auch die Nord-Ost-Dünen betroffen

Sandverluste meldet der Küstenschutz auf Wangerooge auch an den Nord-Ost-Dünen. Dort war erst 2025 zuletzt ein Sanddepot zum Schutz aufgeschüttet worden. Im Mittel beträgt der Sandverlust laut NLWKN etwa vier Meter.

Ob dort 2027 erneut Sand aufgebracht werden muss, ist noch offen. Das hängt auch davon ab, wie sich die laufende Sturmflutsaison weiter entwickelt.

So ist die Lage auf Borkum, Juist, Langeoog und Spiekeroog

Auch auf weiteren ostfriesischen Inseln haben die Sturmfluten Spuren hinterlassen.

Borkum: Abbruchkanten und veränderte Strandabschnitte

Auf Borkum wurde an einigen Stellen durch Drift Sand angelagert, an anderen Abschnitten entstanden Abbruchkanten. An den Kobbedünen im Inselosten meldet der NLWKN rund drei Meter Dünenrückgang. Die Schutzdüne sei aber nicht gefährdet.

Juist: Bis zu fünf Meter Rückgang im Inselwesten

Auf Juist registrierte der NLWKN im Westen der Insel Rückgänge an der Dünenkante von bis zu fünf Metern. Nach einer Dünenverstärkung im Jahr 2020 sei die Sturmflutsicherheit dort weiterhin vollständig gegeben.

Langeoog: Aufgespülter Schutzsand vor der Düne verloren

Vor Langeoog wurde im Bereich Pirolatal ein aufgespülter Sandkörper teilweise abgetragen. Dieser sogenannte Verschleißkörper sollte die eigentliche Schutzdüne vor Wind und Wellen schützen. Laut NLWKN brach der Bereich auf einer Breite zwischen vier und zehn Metern ab. Die Schutzdüne selbst blieb intakt.

Sie ist für Langeoog besonders wichtig, weil sie nicht nur den Ort schützt, sondern auch das Gebiet der Trinkwassergewinnung sichert.

Spiekeroog: Leichte Abbrüche an den Zeltplatzdünen

Auf Spiekeroog wurde im Inselwesten aufgespülter Sand vor den Zeltplatzdünen abgetragen. Der Küstenschutz meldet dort leichte Abbrüche. Die Düne selbst ist weiterhin intakt.

Baltrum: Keine Dünenabbrüche

Auf Baltrum wurden nach bisherigen Angaben keine Dünenabbrüche festgestellt.

Was die Herbststürme für Küstenschutz und Badesaison bedeuten

Für den Küstenschutz gibt es derzeit Entwarnung: Laut NLWKN ist die Schutzfunktion der Dünen auf den betroffenen Inseln weiter vollständig gegeben.

Noch offen ist aber, welche Folgen die frühen Sandverluste für das kommende Jahr haben. Die Sturmflutsaison dauert in der Regel von Oktober bis April und hat gerade erst begonnen. Ob 2027 zusätzliche Strandaufspülungen oder weitere Schutzmaßnahmen nötig werden, lässt sich deshalb noch nicht abschließend sagen.

Absehbar ist aber schon jetzt: Vor allem auf Inseln mit touristisch wichtigen Badestränden können die Herbststürme erhebliche Folgekosten verursachen.

Kurzfakten-Block

Was ist passiert? Die ersten Herbststürme und zwei leichte Sturmfluten haben auf mehreren ostfriesischen Inseln Sand von Stränden und vor Schutzdünen weggespült.

Welche Inseln sind betroffen? Norderney, Wangerooge, Borkum, Juist, Langeoog und Spiekeroog. Auf Baltrum wurden keine Dünenabbrüche festgestellt.

Wo sind die größten Schäden? Besonders stark betroffen sind die Weiße Düne auf Norderney und der Hauptbadestrand auf Wangerooge.

Ist der Küstenschutz gefährdet? Nein. Laut NLWKN ist die Sturmflutschutzfunktion der Schutzdünen aktuell vollständig gegeben.

Was bedeutet das für Urlauber? An Abbruchkanten besteht Gefahr. Urlauber sollen gesperrte oder instabile Strandbereiche nicht betreten.

Was bedeutet das für 2027? Möglicherweise sind neue Strandaufspülungen nötig. Auf Wangerooge ist das für den Badebetrieb bereits sehr wahrscheinlich.

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