30. Juli 2026 –

Digitales Angebot

Neue Plattform "gemeinsamsorgen.de" für Angehörige von Brustkrebs-Erkrankten

Brustkrebs-Erkrankungen sind auch für das Umfeld belastend. Mit der Plattform "gemeinsamsorgen.de" gibt es jetzt ein neues digitales Angebot, das genau diese Angehörigen und Nahestehenden in den Blick nimmt. Entwickelt wurde es in einem Forschungsprojekt aus Osnabrück und Hannover.

Mehrere Hände halten ein rosa Schleifenband auf einem Holztisch.
Die Plattform "gemeinsamsorgen.de" bietet neben Informationen auch die Möglichkeit zum Austausch mit anderen An- und Zugehörigen, die beim Thema Brustkrebs Unterstützung benötigen., Foto: Rawpixel.com - stock.adobe.com

"Wenn jemand an Brustkrebs erkrankt, belastet das immer auch das Umfeld", erklärt Sara Marquard, Professorin für Pflegewissenschaft an der Hochschule Osnabrück, im Antenne Niedersachsen-Interview: Auch Angehörige, Freunde oder das nähere Umfeld würden oft Verantwortung übernehmen, den Alltag mit organisieren und Betroffene durch die Zeit der Erkrankung begleiten. Genau für diese Menschen wurde die Plattform "gemeinsamsorgen.de" entwickelt, die seit Juni 2026 online ist.

Entstanden ist das Angebot aus einem Forschungsprojekt der Universität und der Hochschule Osnabrück gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Ziel war es, digitale Unterstützungsangebote für Angehörige, Freunde oder Bekannte von Brustkrebserkrankten zu entwickeln.

Das Umfeld stärker in den Fokus rücken

Viele Angehörige übernehmen im Alltag einen großen Teil der Unterstützung und Pflege. "Dabei sind sie selbst vielschichtigen Belastungen ausgesetzt", so Marquard weiter. "Und genau das stand bislang wenig im Fokus, entsprechende Unterstützungsangebote sind selten". Gemeinsamsorgen.de sei eines der wenigen Angebote, das das Umfeld von Brustkrebs-Erkrankten adressiert.

Zu diesem sogenannten Sorgennetzwerk zählen alle, "die eine erkrankte Person im Alltag begleiten; nicht nur Ehepartnerinnen und -partner oder die engste Familie, sondern auch Freundinnen, Nachbarn, Arbeitskolleginnen, Selbsthilfegruppen oder Gesundheitsfachpersonen", erklärt Marquard. Sie sollten nicht allein als Helfende gesehen werden, sondern ebenfalls Aufmerksamkeit und Unterstützung bekommen. Genau daran habe es bislang oft gefehlt. Entsprechende Angebote seien selten.

Informationen, Hörtexte und Videos auf einer Plattform

Die neue Plattform ist laut Marquard bewusst vielschichtig aufgebaut. Denn Fragen, Unsicherheiten und Belastungen verändern sich im Verlauf einer Brustkrebserkrankung oft deutlich. Grundlage des Angebots seien Befragungen von Betroffenen gewesen.

Auf der Plattform finden Interessierte verlässliche und wissenschaftlich fundierte Informationen gebündelt an einem Ort und in verschiedenen Formaten aufbereitet, darunter Texte, Hörtexte und Videos. So soll jeder einen passenden Zugang zu den Inhalten finden können. Wer lieber persönlich sprechen möchte, kann sich zudem telefonisch oder per E-Mail an Pflegeexperten wenden.

Nicht nur praktische Hilfe, sondern auch Entlastung

"Neben praktischen Alltagstipps ist die emotionale Entlastung mindestens genauso wichtig", betont Marquard. Für viele Menschen sei es nach wie vor nicht leicht, offen über Krebs zu sprechen. Deshalb bietet die Plattform neben Informationen auch die Möglichkeit zum Austausch mit anderen An- und Zugehörigen. Das könne helfen, sich mit der eigenen Belastung nicht allein zu fühlen.

Genau darin liegt der besondere Ansatz des Angebots der Hochschule und Universität Osnabrück gemeinsam mit der MHH: Nicht nur Erkrankte, sondern auch ihr Umfeld soll Unterstützung finden.

(von Emmi Quante)

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