20. März 2026 – Sascha Funke
An der Gaußschule in Braunschweig wird auf dem Schulhof gerade eifrig getauscht und gesammelt. Diesmal geht es aber nicht um Fußballstars oder Fantasyfiguren, sondern um das eigene Schulpersonal. Hinter der Aktion steckt aber mehr als nur ein Gag.
Eine Schule im Sammelfieber
An der Gaußschule in Braunschweig hat ein ungewöhnlicher Sammeltrend das Schulgelände erfasst: Schülerinnen und Schüler sammeln Sticker mit Lehrerinnen, Lehrern, Hausmeister oder Kantinenchef – jeweils mit Foto und Steckbrief auf der Rückseite. Die Karten sorgen für Gesprächsstoff auf dem Schulhof und füllen ganz nebenbei auch noch die Abi-Kasse.
Die Idee dazu kam über Social Media. Andere Schulen hatten ähnliche Aktionen bereits vorgemacht. Die Gaußschule stieß dabei auf ein Hannoveraner Start-up, das solche Sticker herstellt. Eine der Schülerinnen hinter dem Projekt ist Elsa Kothe. Sie erklärt den Erfolg so: „Ich denke, es ist erfolgreich, weil es einfach cool ist, Lehrer als Sammelkarten zu haben.“ Außerdem hätten viele ohnehin schon Sammelerfahrungen – „und es bringt die Schulgemeinschaft einfach zusammen“.
Lehrer sammeln mit
Wie groß der Hype inzwischen ist, zeigt sich offenbar in fast allen Jahrgängen. Schulleiter Stefan Lüttenberg hat die Idee sofort unterstützt, hat er Antenne-Niedersachsen-Reporter Hannes Westermann erzählt: „Also ich habe das sofort für eine sehr gute Idee gehalten, weil ich auch sofort gedacht habe, dann kommen die Menschen ins Gespräch miteinander.“
Nach seinen Eindrücken hat die Aktion die Schule noch stärker zusammengebracht als zunächst gedacht. „Es kommen immer wieder auch Schülerinnen oder Schüler zu Lehrkräften angelaufen, die dann auch ein Autogramm auf ihrer Sammelkarte haben wollen“, sagt Lüttenberg. Außerdem sammelt er selbst mit – und bis vor kurzem fehlte ihm ausgerechnet noch die seltene Version von sich selbst.
Der Spaß erfordert Fingerspitzengefühl
Ganz neu ist das Konzept nicht. Der Ursprung liegt bei Aiko Zimmermann, dem Gründer von lehrerkarten.de. Zu den Anfängen heißt es dort: "Damals saßen wir im Chemieunterricht an der Bismarckschule in Hannover und suchten nach einer Möglichkeit, unsere Abi-Kasse aufzubessern.“ Aus der Idee sei später ein Trend und dann ein kleines Start-up geworden.
So spielerisch das Projekt wirkt – hinter jeder Karte steckt ein echter Mensch. Ein respektvoller Umgang ist eine absolute Grundvoraussetzung für ein Sammelkarten-Projekt, das wie aktuell an der Gaußschule Braunschweig den Zusammenhalt fördert und gleichzeitig Geld in die Abi-Kasse spült.
Die Gaußschule liegt im historischen Stadtkern von Braunschweig und steht unter Denkmalschutz