12. Januar 2026 – Antenne Niedersachsen
Kultusministerin Julia Willie Hamburg streicht schriftliches Dividieren aus dem Lehrplan der niedersächsischen Grundschulen. Stattdessen sollen „halbschriftliche Rechenverfahren“ in den Mittelpunkt rücken.
Darum verschwindet schriftliche Division vom Lehrplan
Ab dem nächsten Sommer verschwindet das schriftliche Dividieren aus dem offiziellen Lehrplan an niedersächsischen Grundschulen. Das geht aus dem aktuellen "Kerncurriculum Mathematik" hervor, das die Lernziele ab dem Schuljahr 2026/27 festlegt und für die Grundschulen im Land verbindlich gilt. Demnach sind die Verfahren der schriftlichen Division nicht mehr als eine Kernkompetenz ausgewiesen, die am Ende der Klasse 4 erreicht werden soll.
Das schriftliche Dividieren sei besonders komplex, heißt es aus dem Kultusministerium, weswegen der Fokus auf dem Verständnis von Aufteilen und Verteilen liegen soll.
So geht der neue Weg
Dafür setzten die Pädagogen auf das sogenannte halbschriftliche Dividieren. Hier werden größere Zahlen in kleinere Rechenschritte zerlegt, die von den Grundschülern leichter beherrscht werden können. Dies funktioniert in etwa so: Bei 2340 : 5 rechnet man erst 2000 : 5, dann 300 : 5, dann 40: 5, und zwar jeweils im Kopf. Die jeweiligen Ergebnisse werden dann addiert: 400 + 60 + 8 = 468
So soll zunächst ein tiefgreifendes Verständnis der Grundrechenarten erreicht werden, bevor dann später das komplexere, schriftliche Dividieren gelernt wird. Fakt ist: Immer Schülerinnen und Schüler in Deutschland scheitern an den Mindestanforderungen in Mathematik – das zeigen aktuelle Pisa-Studien der letzten Jahre.
Pro & Contra
Die Meinungen zu der Maßnahme gehen auseinander. So warnt Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverband gegenüber BILD: „Gerade in Mathematik wird eigentlich gelernt, auf verschiedenen Wegen zur Lösung zu kommen. Der Schritt in Niedersachsen kann sich auf der weiterführenden Schule rächen. Denn erstens steht das schriftliche Dividieren dort wieder auf dem Lehrplan, zweitens werden dort Problemlösungskompetenzen verlangt, die in den Grundschulen nun noch einmal weniger geübt werden.“
Dagegen begrüßt Susanne Prediger, Professorin für Mathedidaktik an der TU Dortmund, gegenüber dem SPIEGEL den Vorstoß. Sie meint: "Der Lehrplan wird an den richtigen Stellen entschlackt, um Zeit zu schaffen, damit Kinder besser die Grundlagen lernen“.
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Könnt ihr noch schriftliche Division?
Findet es raus und macht hier diese kleinen Testaufgabe. Die Lösung steht gleich unter der Aufgabe.